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Die Bereitung und Verarbeitung des Stahls : ein unentbehrliches Handbuch für Eisen- und Stahlbeiter jedes Faches / nach dem englischen Werke des Ingenieurs Overmann deutsch bearbeitet von Carl Hartmann
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Der Stahl endlich, auch für sich unter einem die Schweiß-hitze übersteigenden Temperaturgrade in einem Schmelztiegelvor Berührung der Luft geschützt, schmilzt zu einer wasserflüs-sigen Masse, wie wir schon anfangs gehört, die ausgegossenwerden kann und dann den Guß stahl bildet.

Ist der Stahl einmal in vollem Flusse gewesen, so hat eretwas seine früheren Eigenschaften verändert. Auf dem Brucheist er krystallinisch geworden, wenn er ursprünglich harter, demRoheisen nahe liegender Stahl war, die Krystalle bilden Na-delbüschcl, welche vom Mittelpunkte nach der Peripherie gerich-tet sind; war es weicher, dem Stabeisen näher liegender Stahl,so ist sein Bruch gleichförmig körnig geworden. Bestand eraus verschiedenen Kohlenstoffverbindungen, so haben sich diesebeim langsamen Erkalten gleichfalls abgesondert, gleich denHartkörnern.

Behandelt man die Bruchfläche des Gußstahls, besondersdes ostindischen oder Wootz, mit Säure, so wird die Krystal-lisation blosgelcgt.

Der Gußstahl hat aber auch zugleich eine Anlage zumRothbruch in der Art erhalten, daß er in der Hitze, in welcherer vor dem Schmelzen leicht bearbeitet werden konnte, nun un-ter dem Hammer in Stücke zerfallen, oder wenigstens rissigwerden würde.

Schweißen und Lothen des Stahles.

Daß sich Stahl mit Stahl durch Schweißen verbinden lasse,haben wir soeben gesehen. Auch mit Eisen läßt sich der Stahldurch Schweißen vereinigen; doch ist hier einige Vorsicht er-forderlich, da das Eisen seine Schwcißhitze in einem so hohenHitzgrade erhält, daß durch dieselbe Hitze der Stahl bereits ver-dorben sein würde. Der Stahl darf daher nicht seine volleSchweißhitze haben, wenn er mit dem schweißwarmen Eisen inBerührung kommt, sondern gerade so viel, daß er durch dasmit ihm zusammengebrachte schweißwarme Eisen noch so viel Hitzeerhalte, als nöthig ist, ihn zum Schweißen zu bringen.