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wendbaren Hitzen übersteigen, wie schon früher erwähnt, dasRosenroth nicht viel und sinken niemals unter die Kirschrötheherab,- wobei jedoch nicht zu vergessen ist, daß der richtigeHitzegrad noch beobachtet werden müsse, so lange das Stahl-stück im Feuer ist. Um diesen Hitzegrad richtig beurtheilen zukönnen, muß der Ort, an welchem man das Glühen vorneh-men will, hinreichend dunkel sein; — vollkommenes Dunkel,z. B. die Nacht, darf jedoch nicht gewählt werden, weil danndas Auge, reizbarer als am Tage, die Glühhitze des Stahleshöher anschlagen würde, al/ sie wirklich ist. Ebenso ist im vollenTageslicht daS Auge weniger reizbar und stets in Gefahr, dieHitze des Stahles geringer anzuschlagen, als sie wirklich ist.
Die beste Zeit zum Härten ist demnach der Morgen,und die Orientalen härten ihre Säbel immer vor Sonnen-aufgang.
Besondere Vorsichtsmaßregeln.
Große Stücke, z. B. Walzen, ziehen sich während desauf das Glühen folgenden Ablöschcns so sehr zusammen, daßdie Stücke gewöhnlich während dieses Zusammenziehens, oftaber auch noch mehrere Tage darnach, plötzlich reißen.
Um dieß zu verhindern, ist es gut, daß man die großenzu härtenden Stücke schon vor dem Glühen durch gleichförmigeHammerschläge verdichtet, die nach der Größe des zu härten-den Stückes entweder durch die Hand oder durch Wasserkrafthervorgebracht werden. Bei Stahlwalzen hatte ein Arbeiter inParis beide Walzen vor dem Härten auf ein Gerüst, ganz demähnlich, in welchem sie nach dem Härten zum Gebrauche ein-gelegt werden sollen, über oder neben einander gebracht, beidein rasch drehende Bewegung versetzt, und so lange Schienenvon Stahl zwischen ihnen bei immer stärkerer und stärkererSpannung durchgehen lassen, bis sie sich durch eigenen Druckverdichtet hatten. Sie wurden hierauf wieder rund gedrehtoder abgerichtet und dann erst gehärtet; — eine sehr zweck-mäßige Methode.