Buch 
Die Bereitung und Verarbeitung des Stahls : ein unentbehrliches Handbuch für Eisen- und Stahlbeiter jedes Faches / nach dem englischen Werke des Ingenieurs Overmann deutsch bearbeitet von Carl Hartmann
Entstehung
Seite
218
JPEG-Download
 

mäßig zu veranlassen, daß dadurch die Form des Stahlstückesnicht verändert wird.

Das Eintauchen parallelepipedischer langer Stücke, wiez. B. der Feilen, muß deßhalb so geschehen, daß diese mit ihrerlangen Achse vertical auf der Wasserfläche stehen, und so rasch,daß die Geschwindigkeit nahe diejenige ist, mit welcher der Körperfrei in's Wasser fallen würde, aber auch keine größere. Istder Gegenstand von einiger Größe, so muß er, um seine Ober-fläche stets mit frischem kalten Wasser in Berührung zu brin-gen, darin herumgeführt werden, aber nicht zu rasch, damitdas Wasser Zeit hat, alle Stellen des Stahles gleichmäßig zuberühren.

Ist z. B. die Feile mittelst dcS Hammers zuerst gleich-förmig und gut bearbeitet, ist der Stahl von guter Qualität,so wird die Feile auch nach dem Härten ihre frühere geradeRichtung behalten haben.

Bei halbrunden Feilen würde das auch noch so vorsichtigeEintauchen nicht ausreichen. Man muß eine solche deßhalb zurselben Zeit, in welcher mau sie senkrecht in's Wasser taucht, auchhorizontal mit der halbrunden Seite voran bewegen bis sie ganzim Wasser ist, sonst bekommt sie nach dem Härten eine Krüm-mung rückwärts. Flache und lamellcnartige Stahlgegeuständemüssen immer mit der schmalen Seite voran oder mit der Kantesenkrecht in's Wasser getaucht werden, wenn sie sich nicht ver-ziehen sollen.

Am schwierigsten aber sind Gegenstände von ungleichmäßi-ger und unregelmäßiger Form und Dicke zu härten, wohin man allekeilförmigen schneidenden Instrumente, namentlich Mess?r aller Artrechnen muß. Sind Messer aus einem einzigen gleichförmigen StückStahle, so muß man sie immer mit der dicksten Stelle zuerstin's Master tauchen, dann darin vertical halten, und sie in einerSpirale im Wasser herumführen.

Trotz aller dieser Vorsichtsmaßregeln wird man sehr oftnicht verhindern können, daß durch das rasche und ungleichför-mige Zusammenziehen des abgelöschten Stahles die Continuität