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und zweischneidige Stahlklingen, die gefallenen Alamannen und Bur-gunden als Zeugnisse preiswürdiger Tapferkeit in die Gräber warenmitgegeben worden.
Durch die den Burgunden widerfahrene Niederlage fah Theuderich sich gezwungen, seinem Bruder Theudebert den Suntgau, das Elsaß und andere Landschaften abzutreten. Ueberwiegende Gründe bezeugen,daß der Turensische Gau, von dem dabei die Rede ist, den Thurgau bezeichnete. Zum ersten Male wäre also, in dem zwischen Theudebertund Theuderich geschlossenen Friedensvertrage, der Thurgau als ala-mannische Landschaft genannt.
Aber nicht lange durften die Alamannen ihres Sieges sich freuen.Die Königin-Mutter Brunhilde, die bei dem berührten Zwiste ganzfür Theuderich Partei genommen hatte, übte so großen Einfluß ausund beherrschte den Willen ihres Sohnes und seiner Unterthanen insolchem Maße, daß ein starkes Heer gesammelt und gegen Theudebertgeführt und in zwei Schlachten ein Sieg gewonnen wurde, der demauftrasischen König wieder große Strecken Landes entriß. Auf Ver-anstaltung Brunhildens wurde Theudebert sogar der Krone beraubtund in ein Kloster gesteckt und nachher ermordet; jedoch überlebteauch Theuderich fein Waffenglück nur kurze Zeit, indem er 613 inder Stadt Metz an der Ruhr starb. In beiden Reichen sollte nunder elfjährige Sigibert, ein Sohn Theuderichs, das Szepter führen.Allein die Großen des Reiches waren der willkürlichen, oft grausamenGewaltthätigkeiten Brunhildens längst überdrüssig; eine Partei der-selben rief den König Chlotar von Soifsons, einen Urenkel Chlodwigs,um Hülfe an, und willfährig bemächtigte sich Chlotar beider Reiche,zuerst Austrasiens, dann Burgunds. Brunhilde, aller möglichen Lasterund Verbrechen beschuldigt, durch ihren eigenen Hausmeister ausgeliefert,erlitt einen schmählichen Tod. Wer von ihren noch lebenden Enkelnund Urenkeln nicht in der Verborgenheit eines Klosters sein Lebenretten konnte, verfiel dem gleichen Schicksale; denn König Chlotar warder Sohn Fredegundens, der Todfeindin Brunhildens.
Chlotar war jetzt Beherrscher des ganzen, Frankenreiches, alsoin der günstigen Lage, die zwischen den Theilreichen entstandenenZwiste und ihre verderblichen Folgen wieder beseitigen, besonders denverschiedenen im Reiche vereinigten Volksstämmen billigere Rechnungtragen zu können.