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Geschichte der alten Grafschaft Thurgau mit Inbegriff der Landschaften und Herrschaften Kyburg, Thurgau, Abtei und Stadt St. Gallen, Appenzell und Toggenburg von ihren ältesten Zeiten an bis zum Uebergang der Landeshoheit an die Eidgenossen
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ordimng unter die kirchliche Herrschaft Roms und des damaligen PapstesZacharias. Das Bisthum Konstanz wurde vorn erzbischöflichen SprengelBesanyon, das Bisthum Chur aus seiner Verbindung mit Mailand ab-gelöst. Um den: Aufsichtsrechte der Erzbischöfe über die Bischöfe größernRückhalt zu geben, verlieh der Papst den Erzbischöfen das Pallium*) alsSiegel und Zeichen ihrer apostolischen Sendung, und kein gewählterBischof konnte sein Amt antreten ohne Zustimmung des Erzbischofs.Regelmäßige Synoden wurden veranstaltet, den Pfarrgeistlichen in den-selben die römischen Kirchengesetze erklärt, Widerspruch durch Belehrungbeseitigt oder durch Bannandrohnng verscheucht; besonders wurde denGeistlichen eingeschärft, nicht nur selbst sittlich zu leben, sondern namentlichalle innerhalb der Blutsverwandtschaft eingegangenen Eheverbindungenzu hindern oder aufzulösen. Den Klöstern wurde die Beobachtung derRegel Benedicts zur Pflicht gemacht, dagegen die Erstattung der, sei esvon der Regierung, sei es von andern Gewältherren, entrissenen odervorenthaltenen Kirchengüter zugesichert. Zu allem diesem gab der könig-liche Hausoberste seine Zustimmung, als er mit Zacharias über dieErmächtigung unterhandelte, an die Stelle des letzten merowingischenSprößlings sich selbst auf den fränkischen Königsthron zu setzen.

Als Hauptgegner, die mit geistlichen Waffen gegen die Einführungder römischen Kirchenordnung stritten, werden genannt die Ketzer Adel-bert, Clemens und Godalsacius. Adelbert, ein Franke, schwärmte fürein von hierarchischen Fesseln freies Christenthum und war vom Volkals Wunderthäter verehrt; Clemens, ein Schotte, bekämpfte die römischenSatzungen besonders vom Standpunkt der Lehre aus, erklärte sich nament-lich auch gegen die zwangsweise Ehelosigkeit (Cölibat) der Geistlichen;dem Godalsacius wurde besonders zum Vorwürfe gemacht, daß er denbeidenJrrlehrern" die Priesterweihe ertheilt habe. Alle Bemühungendes Bonifatius und der Synoden, sie zur Annahme der römischenSatzungen zu bekehren, blieben fruchtlos; zuletzt übergab man sie demBonifatius zu beliebiger Bestrafung. Andere, welche ebenfalls abweichendeMeinungen laut werden ließen, wurden wenigstens durch scharfe Dro-hungen geschreckt, z. B. der Presbyter Sidonius, später Bischof in Kon-stanz , und der Baier Virgil, welcher die Vermuthung äußerte, daß dieuntere Fläche der Erde auch bewohnt sei.

*) Eine weißwollene, mit schwarzen Krenzen verzierte Binde, welche früherden Papst selbst ausgezeichnet hatte.