und gab ihm sehr günstige Antwort an den König mit, berichtete abereilends den Bürgern von Pavia , wer der Unterhändler sei. So geschahes, daß Burkhard auf der Rückreise, als er mit schwacher Begleitungvon Novara Wegritt, unvermuthet überfallen und nach tapferer Gegen-wehr tätlich verwundet wurde. Wenige Tage nachher, am 29. April 926,endigte er sein Leben, fünfzehn Jahre nach dem gewaltsamen Tode seinesVaters. Als Reginlinde diesen traurigen Ausgang seines Unternehmenserfuhr, säumte sie nicht, den hinterlassenen Wunsch zu erfüllen. Es waraber, meldet die Klosterchronik, ein anderer Teller, und zwar ein kleinerer.Dafür jedoch war es ohne Zweifel die Herzogin, die dem im Klosterverhaßten Manne eine Jahrzeit in demselben stiftete.
2. Die Uerwüstung Zt. Galtens durch die Ungarn (926).
So wenig die alten Gegner Burkhards , und besonders der Abtvon St. Gallen , es bedauern mochten, daß der gewaltthätige Herzogjenseits der Alpen den Tod gefunden hatte, war dieses Ereignis fürsie doch ein Unglück; denn wehrlos und ohne Führer stand jetzt Ala-mannien jedem feindlichen Angriffe ausgesetzt.
In denselben Tagen nämlich, am 1. Mai 926, fielen die Ungarnim Thurgau ein und erschienen in St. Gallen . Sie hatten, nachdemsie Baiern durchzogen, sich zuerst auf Augsburg geworfen, aber durchdie Vorsicht des Bischofs Ulrich die Stadt in gutem Vertheidigungs-zustand gefunden, nahmen dann ihren Weg über Buchau an den Bodensee ,ohne auf Widerstand zu stoßen. In St. Gallen erkannte man aus den amrechten Seeufer aufsteigenden Rauchsäulen und dem gerötheten Himmeldie Nähe der Gefahr. Abt Engelbert verließ das Kloster; einen festenPlatz an der Sitter, zwei Stunden entfernt, bestimmte er als Zufluchts-ort für die kräftigeren der Klosterbrüder; die ältesten und jüngsten Leuteließ er nach Wasserburg an das jenseitige Seeufer hinüber schaffen, dieBücher nach Reichenau. Man kannte die Gewohnheit der Ungarn, daßsie sich weder auf Belagerung fester Plätze verstanden noch auf dieSchiffahrt; gleichwohl legte der Abt selbst unter der Kutte den Harnischan; aus Weidenruthen wurden Schilde geflochten, man fertigte Lanzenund härtete Speere am Feuer, um bei Ueberraschungen nicht ganz wehr-los zu sein. Im Kloster blieb niemand zurück als der einfältige BruderHeribalt, und bei St. Magnusstift die Klausnerin Wiborada ,