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Geschichte der alten Grafschaft Thurgau mit Inbegriff der Landschaften und Herrschaften Kyburg, Thurgau, Abtei und Stadt St. Gallen, Appenzell und Toggenburg von ihren ältesten Zeiten an bis zum Uebergang der Landeshoheit an die Eidgenossen
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welche ihre Zelle zu verlassen verweigerte. Wie die Ungarn auf ihrenRennern mit gespannten Bogen, geschwungenen Lanzen und wildemGeschrei in die offene Klosterpforte einritten, fanden sie alles fort bisan den Klosterbruder, der sie lachend empfing und, da er mit ihrerSprache bekannt war (?), ihnen über alles, was sie zu erfahren ver-langten, Auskunft gab. Er zeigte ihnen die geleerte Schatzkammer,öffnete ihnen den Keller, zechte mit ihnen, erzählte ihnen aber, daß dieMönche in einer nahen Burg, nicht ohne Waffen, sich verborgen hielten.Dies und zwei Unglücksfälle mahnten die Räuber zur Vorsicht. EinUngar wollte von dem Glockenthurme den Hahn herunterreißen undstürzte tot in den Hof hinunter. Gleiches Schicksal hatte ein zweiter,der auf der Mauerzinne Mnthwillen trieb. Ihre Genossen verbranntendie Leichname auf einem großen Holzstoße. Dann wandten sie sich zuder St. Magnuskirche. Da sie die Klausnerzelle nicht öffnen konnten,deckten sie das Dach ab, fanden Wiborada betend vor ihrem Crucifixauf den Knieen liegend und erschlugen sie. Am folgenden Tage zogen sieebenso schnell, wie sie gekommen waren, raubend und brennend hinunternach Constanz. Hier legten sie die Vorstadt in Asche; der Stadt konntensie sich nicht bemeistern. Auch die Insel Reichenau mußten sie in Er-manglung von Schiffen unberührt lassen. Auf welchen Umwegen sie bisSeckingen und nach einem dort bestandenen Gefecht bis in das Elsaßhinunter ihren Streifzug fortsetzten, ist nicht verzeichnet. Man weißnur, daß ein Graf Liutfrid ihnen ein blutiges Treffen lieferte, undsie dann sich nach Burgund wandten und König Konrad sie gegen diedort eingedrungenen Sarazenen hetzte, wobei sich die Fremdlinge gegen-seitig zu Grunde richteten.

Dieses Verderben des ausgezogenen Räuberschwarms schreckte aberdie daheim gebliebenen Scharen der Ungarn nicht ab, die Einfällein Deutschland zu wiederholen. Das deutsche Reich, vom Franken-reiche losgerissen, eine lose Verbindung der Herzogthümer Franken,Lothringen, Sachsen, Alamannien und Baiern , mußte unter den Stößender Normannen, Wenden und Ungarn auseinander fallen; die Erz-bischöfe und Bischöfe von Mainz, Köln, Trier, Constanz, Magdeburg ,Hamburg u. s. w., die seit der Regierung des Königs Arnulf amköniglichen Hofe und in den Herzogthümern überwiegenden Einflußübten, mußten sich gedrungen fühlen, noch enger, als bis dahin geschehen,sich an Rom anzuschließen; das deutsche Königthum, wenn es nicht unter