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Geschichte der alten Grafschaft Thurgau mit Inbegriff der Landschaften und Herrschaften Kyburg, Thurgau, Abtei und Stadt St. Gallen, Appenzell und Toggenburg von ihren ältesten Zeiten an bis zum Uebergang der Landeshoheit an die Eidgenossen
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die herzogliche Regierung in der Hand des Königs und Kaisers, dermit seltener Gerechtigkeitsliebe, Einsicht und Krast die Angelegenheitendes Reichs und des Herzogthums verwaltete.

Da seine Thätigkeit von Italien stark in Anspruch genommenwar, so bildete Schwaben und besonders die Bodenseegegend gewisser-maßen den Mittelpunkt, wo an den Hoftagen die Fürsten des Reichsund wer an den Stufen des Thrones Recht, Gnade oder Hülfe suchte,sich versammelten. Solche Tage hielt er 1153 im März und im Juliin Constanz und im September in Ueberlingen, im Jahre 1155 nachseiner Rückkehr aus Italien im September in Ueberlingen und Con-stanz und im November wieder in Constanz . Bei der letztem Ver-sammlung ertheilte er seinem Freunde, dem Bischof Hermann, Edlenvon Arbon, ein Diplom, das den Umfang der Bischofshöre festsetzteund die bischöflichen Besitzungen, namentlich auch die im Thurgau ge-legenen, aufzählte und bestätigte. Auch im November 1168 und imMärz 1179 sah ihn Constanz wieder, und im Juni 1183 versammeltensich auf dem Reichstage zu Constanz bei dem Kaiser und den Reichs-fürsten die Abgeordneten der lombardischen Städte, um nach langemKampfe einen für beide Theile erwünschten Frieden zu vereinbaren.Nie hatte bis dahin eine deutsche Stadt so viel Reichthum, Prachtund Kunst sich entfalten gesehen wie an diesen! Hostage Constanz.

Bei solchen Versammlungen Pflegte die Ritterschaft in Turnierenihre Waffenfertigkeit zu zeigen; es erschienen Harfner, Sänger undGaukler zur Unterhaltung und Belustigung. Daß solches auch an demgroßen Hoftage von 1183 geschehen sei, ist nicht zweifelhaft; bestimmteZeugnisse davon sind jedoch nicht auf unsere Zeiten gekommen. Da-gegen enthält Rixners Turnierbuch ein langes Verzeichnis von Edel-leuten, die dem von Herzog Wels veranstalteten Turnier in Zürich beigewohnt haben sollen. Dieser Herzog Wels, Oheim des Kaisersvon mütterlicher Seite, Besitzer vieler Stammgüter, in seiner Jugendein tapferer Kriegsmann, auch Wohlthäter der Klöster Jttingen (1160)und Kreuzlingen , verkaufte all sein Erbe an Kaiser Friedrich und seineSöhne, um sein übriges kinderloses Leben in Lust und Genuß zuverbringen. Mit ihm erlosch die schwäbische Linie der Grafen Wels.Durch sein Erbe verdoppelte sich der Grundbesitz der Hohenstaufen.

Aber auch das mächtig emporgewachsen Hohenstaufengeschlechterfuhr den Unbestand des Glücks. Kaiser Friedrich unternahm 1190