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zu seiner Wohlthätigkeit Zuflucht nahmen; auch entlegenen: Ortengewährte er zur Unterstützung ihrer Armen Vorschüsse, die er nie zu-rückzuerhalten hoffen durfte. Es wird behauptet, daß er zu Zeitenwenigstens dreimal in der Woche 2—3000, ja sogar 3500 Arme mitBrot und Suppe erquickt habe. Als er auf der Burg Castel erkrankteund um den Magdalenentag 1344 sich dem Tode nahe fühlte, wünschteer, daß ihm kein anderes Leichenbegleit von der Burg in das Münster angeordnet werde als die freiwillige Folge der Armen und ihr Gebet.Wie verlassene Waisen folgten sie jammernd seinem Sarge, bis er indie Gruft eines Vorgängers, Heinrichs von Klingenberg, versenkt wurde.
5. St. Gallen , Thurgan, Kichurg und Toggenburg zur Zeit desstreitigen Königthums Ludwigs des Baiern.
Dem Stifte St. Gallen gereichte es zu großem Vortheile, daßder gewaltthätige Bischof Rudolf wegen seiner Parteinahme für Ludwigvom Papste entsetzt wurde; es entging dadurch der Gefahr, dem Bis-thum ökonomisch einverleibt zu werden. Der vom Papste auf EmpfehlungHugo's von Buchegg mit der Pflegschaft des Stifts beauftragte Ein-siedler Conventual Hermann von Bonstetten, wahrscheinlich Sohn desthurgauischen Landrichters Hermann von Bonstetten, ließ erwarten,daß er mit Rath und Unterstützung seiner Verwandtschaft im Standesein werde, die Schäden des Gotteshauses zu heilen, daher der Papstihn 1334 zum Abte ernannte und die Dienstmänner und Gotteshaus-leute mit dem höchsten Banne bedrohte, wenn sie sich weigern würden,ihn als Abt anzuerkennen. Allein der Zwang der Reichszerwürfnissewar so groß, daß Abt Hermann nicht wagen durfte, im Sinne desPapstes dem Kaiser den Gehorsam zu versagen; um die Regalien zuerhalten, mußte er dem einzigen Inhaber der Reichsgewalt ebenfallsTreue geloben. Er that dies auch ohne Rückhalt und mit solcher Ent-schiedenheit, daß er ihm mit allen Kräften zu dienen versprach undLudwig ihn dafür so zu belohnen verhieß, wie die Grafen von Greifen-bach und Hohenberg es billig erachteten.
Wie Abt Hermann seine Reichspflichten erfüllte, ist zwar nichtverzeichnet; doch war es vermuthlich die Belagerung von Meersburg ,für die er, schon der Nachbarschaft wegen, vorzüglich in Anspruch ge-nommen wurde. Zu den Begünstigungen, die ihm dafür zu theil