leidige Geisel waren/ auf Abentheuer auSgkengen/ und mancheder rechtschaffensten Männer/ welche stich für den Umsturz derbisherigen Verfassung nicht mit solch' einer leidenschaftlichenWuth wie fie/ erklärte«/ spöttisch die Linden/ d. h. demStifte Ergebene»/ hießen und alS solche mißhandelten; sichselbst nannten fie die Harten/ womit sie Patrioten vonächtem Korn und Schrote andeuten wollten. Diese Benen-nung theilte beinahe die ganze Landschaft in zwo einanderfeindselige Faktionen und richtete viel Unheil an.
Wäre aber nicht eine Revolution / oder auch nur eineöffentlich gegen die alte Verfassung erklärte Abneigung/ ohneruhestörende und gesetzwidrige Schritte/ ein bisher noch nie ge-sehenes Phänomen auf dem politischen Erdenrunde gewesen? —
Bedaö Herz blutete bei dem Anblicke der immer mehrund mehr sich entwickelnden Auflösung der gesetzlichen Ord-nung ; er forderte die Ausschüsse dringend auf/ all' ihr An-sehen zur Wiederherstellung der Ruhe und Besänftigung derGemüther bis zur vollkommenen Ausgleichung der zwischendem Stifte und Land obwaltenden streitigen Punkte anzuwen-den. — Und er selbst wirkte am nachdrucksamsten durch seineväterlichen Zurüfe vom 19. April 1795. In letzterm verhießer vollkommene Amnestie alles Vorgefallenen.
Die LandeSauSschüsse — durchdrungen von der inner-sten Ueberzeugung/ daß Beda eS wahrhaft väterlich mitseinem Volke meinte / erließen am 29. Merz und 16. April einDanksagungsschreiben/ wovon wir einige Stellen auSheben.
„ Auf den väterlich liebevollen Zuruf vom 16. l. M. glau-„ ben die Vorgesetzte und Ausschüsse der Gemeinden der alten»Landschaft ihrer Pflicht gegen ihren so gnädig gefinnten„Landeövater sowohl/ als gegen das Volk dadurch zu ent-»sprechen/ daß ste im Namen aller Gemeinden in tiefster»Ehrfurcht bezeugen/ wie sehr dieser unverkennbare Schritt»deö Wohlwollens die Herzen an sich gezogen/ Ruhe und»Ordnung gesichert/ Ehrfurcht/ Treue/ Liebe und Zutrauen»erhöht und jeden über Höchstdero standhafte Huld und