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sich bisweilen zeigte, und die Verwegenen drohten laut,eher Gewalt brauchen zn wollen, als auseinander zu gehen,bis man ihnen von Seite des Stiftes gewisse Punkte zugc-sianden hätte. Zum Glücke bewiesen die Ruhestörer noch ei.nigen Respekt vor den mit den Standesfarben in ihrer Mitteerschienenen Gesandten der Kantone, so daß wenigstens Thät-lichkeiten unterblieben.
Die indessen gepflogenen Verhandlungen entschieden sichbeinahe gänzlich zum Vortheile der Landschaft. Dazu trugendie Repräsentanten von Schwyz und Glarus, als Organefreier demokratischer Völker, und nach eigenen Grundsätzeneifrige Republikaner, wohl daS Meiste bet ^). Der Abt dar-über unzufrieden, und um sein eigenes politisches TodeSur-theil nicht selbst unterschreiben zu müssen, suchte sein Heilin der Flucht, nachdem er die Leitung der mißlichen Ange-legenheiten einem Dezcmvirate von Kapitularen und einigenweltlichen Beamteten übergeben hatte. Die Vollmachten dieserZehnmänner waren aber zu beschränkt, und die kritischeLage der Dinge wurde dadurch noch schwieriger. Endlichmitten durch die Haufen der Tumultuanten überbrachte am24 . Juli der Dechant Schieß den Gesandten der IV Ortedas Ultimatum von Seite deS AbtS und Kapitels; alleindiesen wurde nun eine Vermittlung aufgedrungen, und derneue Kriegörath legte 100 der erklärtesten Harten alsSauvegarde ins Stift, welche, so wenig Zutrauen sie aucheinflößte, doch den Plan einer Ueberrumplung am 27 . Julivereitelte ^).
') „Von nicht bcsserm Schrot" (als Kubli) „war der Graf„Weber, wie er sich selbst nennt, von Schwyz. Diese zwei„Volksmänner leisteten nichts weniger als das, wozu sie berufen„waren. Denn sie schämten sich nicht, die Rebellen öffentlich in„Schutz zu nehmen, die gerechte Sache herabzusetzen, und unsere„Rechte, wo es darauf ankam, zu schwächen. Gerechter waren„der von Zürich und Luzern, aber Gefahr und Furcht vor ihrer„eigenen Lage hemmte sie, daß sie nicht mit Muth und nach Pflicht„handelten." Tageb. P. G. Vr. l- Th. S. 26s.
2) Mehrere Mitglieder des Stiftes hatten aus Furcht St. Gal--