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Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
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Militäranstalten die Fackel der Zwietracht mit der Mordkeulezu entwinden. V

Er ließ nämlich am 2. Herbstmond zwei Kolonnen Kam lotons- Elitem 1L00 Mann stark/ theils nach Appcnzell, theils henach dem Rheinthale ziehen, wo, zu Rhein eck, noch 200 KMann zu ihnen stieße«. ni

Die Gemeinden Speicher nnd Trogen, sobald sie hi

Ernst sahen, hielten es für klüger, zu schwören; GaiS und ^ deBüeler verweigerten den Eid auch nicht länger; aber dieOberrieder zogen beim Anblicke der Truppen die Sturm- E>glocke und sammelten sich in solcher Menge, daß eine gegen frsie zu weit vorgedrungene Kompagnie ihr Heil im Rückzüge t eauf Krießern suchen mußte. Von einem Hofe zu Oberegg tciward auf die Eliten geschossen, jedoch ohne Nachtheil; diesevemeisterten sich sogleich des Ortes, entwaffneten die Mann- krschuft, welche drei Verwundete zählte, und nahmen drei rukleine Kanonen weg. ^ zu

Das Dorf Oberried wurde am 3 . September, ohne ge

daß ein Schuß siel, gleichfalls eingenommen; man fand ^

hier schwedische Schwerter, Musketen und Bündnerknebel,auch eine Art selbstfabrizirter hölzerner Feldschlangen: derganze bunte Vorrath sammt den Häuptern der Jnsurgirm ,mußte ausgeliefert werden. Eine sehr französisch gesinnte Kom- H

pagnie Herisauer ließ die armen Bewohner anfänglich re

fühlen, daß sie Besiegte wären; doch geschahen keine Excesse, , diausser daß einige Dutzend Gänse und Enten enthauptet wurden, K

um mit ihrem Blute die Sühne für ihre Besitzer zu bringen. ho

Die andere Kolonne erschien erst den 8 . September vor C

dem Hauptflecken Appenzell. Die gutmüthigen Natursöhnc sti

daselbst reichten den Truppen freundlich die Hand zur neuen zu

Verbrüderung. Aecht appenzellerisch hatte vorher der pro- ke

viforische Landammann sein Hirtenvolk bei einer Laudsge- w«winde aufgefordert:Wem's wohlg'fallt si z'ergeh', der heb essi Hand uff", uud Tausende erhoben sich, den Eid zuleisten. H