199
ansehe. Dann sprach Abr Pankraz zuerst ganz allein mitA. H., seinem sonstigen Vertrauten und Bevollmächtigten/und legte die bekannte Konvention einer Berathung der zuEbringen befindlichen Kapitelsglieder vor: sie wurde einstim-mig verworfen. Denn in des Abten und seiner GesellschafterAugen war diese Konvention das Produkt der schwärzestenPolitik von Seite der KantonSregierung und ihre Annahmeein unauslöschlicher Schandfleck von Treulosigkeit sowohl amOrdensstande/ als an der Sache des Stiftes.
Anstatt aller Antwort wurden diese Ansuchten den Abge-ordneten auf ihre Aufträge mitgetheilt; da aber diese nochkeine Lust zeigten/ Proselyten zu werden/ so machte ihnenPankraz bittere Vorwürfe über die Verhandlung vom12. Dezember/ nannte jene Sitzung ein Komplott/ ein ver-brecherisches Attentat/ eine Winkelversammlung („eoncilia-buium«)/ weilKapitelSglieder ohneEinwiüigung ihres Haup-teö/ deS AbtS/ sich weder versammeln/ noch weniger überGegenstände von höchster Wichtigkeit berathendürften ')/ und schloß dann mit großer Bewegung gegenA. H. mit jenen so tragischen Worten: „Und auch Duunter ihnen/ mein Sohn!" —
Dem zweiten Abgeordnetem Martin Gresser/ erklärte eroffen: er und seine Kommitteuten hätten schon lange den Bann-fluch verdient/ und wären bereits damit geächtet worden/ wennnicht Frankreichs Schutz solches verhindert hätte; „ihrseid„entweder"/ fuhr der Abt fort/ „Verführte oder Treulose„an eucrn Pflichten; kehret zu diesen zurück; nie werde ich„eure sogenannte Konvention anerkennen/ sondern ich prote-„ stire jetzt schon feierlich dagegen/ und werde nichts unver-sucht lassen/ ste ganz zu hintertreiben; nie werde ich unter„einem andern Namen/ noch in einem andern Kleide/ als„ich wirklich trage/ zu St. Gallen erscheinen" u. dgl. m.
Was doch bcideS gegen den guten Abt B ed«/ aufPankrazcnsAntrieb / so oft geschehen war!