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Ausweis der Protokolle deS Offizialates und des Konststori-«ms ausüben kann und in Allem diesem garantier wird, istes besser, keine weltliche Jurisdiktion zu haben; indessen könntedas Stift selbe nicht abgeben, ohne Einwilligung deS Pab-steö; im klebrigen glaube ich, daß eS das Beste deS Landeswäre, wenn das Stift die Regierung härte.
Dieß ist, was ich gesagt habe: man wird doch darin keinewirkliche Entsagung finden, fie ist nur projektier, aber mirBcdingnissen, die zu erfüllen Manchem bedenklich sein wird.Ich werde doch die Unterhandlung nicht mit vorläufiger Ver-zichtleistung anfangen. Beide Herren reiferen noch am nämli-chen Tage nach Zürich ab; waS fie dort ausgerichtet, hat
mir Hr. —— geschrieben;-er hat mir sodann alle Un-
terschviften von 20 Gemeinden gezeigt, welche die fürst-lich e Regierung verlangen; um so weniger kann ich begrei-fen, daß Er solle gesagt haben, ich habe der Regierung entsagt.
AlS ich den 22. Iiusiis zu Hr. Nuntius nach Ein-fiedeln kam, sagte dieser Herr, daß Capo d'Jstria auchdahin gekommen wäre; allein er wurde gählings nach PariSabgerufen und schrieb deßwegen dem Hr. Nuntius und batihn, mich zu bereden, daß ich nicht nach St. Gallen michverfüge, sondern alles bis zu seiner Rückkunft in »rsw guobelassen solle. Die Furcht deS Capo d'Jstria hatte keinenGrund. Ich schrieb den 19. dieses auch an den KardinalStaats-Sekretär, meldete ihm alles Geschehene und dieLage der Dinge, schloß auch die Copieen meiner zwei Briefeau den Pabst vom 13. und 17. April bei.
Vor 23 Tagen ist der Baron Salis-ZizerS, ein Vet-ter des Salis-Soglio, mit meinen abgedachten Briefennach Paris verreiset. Er hat auch eine Vollmacht von mir.Don einem Züricher, einem sehr guten Freunde, habe ichNachricht, daß die Kabincte rücksichtlich der Schweizihr System abändern dürften. Capo d'Jstria machtediesem Freunde Hoffnung dazu; es ist auch wahrscheinlich,weil die ersten Konzepte der Alliirten vielen Widerstand finden.