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Ruhme und Glänze wieder hergestellt sei, über dessen UnglückSie nun, gleichsam als über Ihr eigenes, weint und trauert.
Luzern, den 5. Herbstmonat 1786.
Ergebenster
I. Erzbischof von BerytuS.
10. Schreiben an den Pabft vom 7. Wein-monat 1786.
Allerheiligster Vater!
Nach demüthigstem Kusse der Füße!
Nachdem unö der gnädigste Wille Deiner Heiligkeit er-öffnet worden, mußte unö nichts Vorzüglicheres sein, als daßwir Deiner Heiligkeit für die bisher erwiesene Güte und GnadeDank sagen, und demüthigst abbitten, daß wir eö wagten,uns mit unserem Schreiben an Deine Heiligkeit zu wenden.Seine Eminenz der Kardinal Staatssekretär hat unö zwar zuunserer unglaublichen Freude berichtet, daß dieses Schreibenvon D. H. sehr gnädig aufgenommen worden sei. Allein wirvernehmen nun aus einem andern Briefe derselben Eminenz,es sei die Willensmeinung und Gesinnung D. H., daß wirunsere Sache forthin nicht betreiben sollen; indem wir diesenAuöspruch als Söhne des Gehorsams sogleich anhören, wstimmen demselben nicht bloß wir, die wir uns unterzeichnen,sondern alle vollkommen bei, welche wie wir gesinnt sind,und den Verfall deS Klosters und die daher in diesen Gegen-den sehr betrübten Folgen für die katholische Religion ab-wenden wollten. Wir thaten indessen was unS unser Gewissengebot. Mit guter Treue und redlicher Gesinnung handeltenwir in unserer Sache. Da wir den beweinenöwerthen Zustandunseres Klosters und die Rechte deS Kapitels schwer verletztsahen, begaben wir uns zuerst mit wiederholten Bittschriftenzu unserm hochwürdigsten Abte, und da wir keineswegs an-gehört wurden, auch von den hochwürdigen Visitatorcn n-chtS
hoffen konnten; so thaten wir, was unser Erlöser befiehlt,waS die heiligen Canones ermähnen, obgleich man eS unshier nun für einen Fehltritt anrechnet: wir sagten eS der