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Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St. Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St. Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes / von Franz Weidmann, gewesenem Mitglied des aufgehobenen Stiftes St. Gallen und vormaligem Bibliothekar an der kathol. Kantonal-Bibliothek in St. Gallen
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mir die Urkunden/ um so einem Ansuchen nach Wunscheentsprechen zu können. Ich werde also daS/ waS ich nurobenhin von der Sache weiß/ ins Kurze fassen.

I. Verhältnisse. Die Abtei St. Gallen war vonvielen Jahrhunderten her ein NcichSstift/ und die Aebtederselben alS ReichSprälatcn und nachgehcndS als RcichS-surften angesehen. So wie andere Fürften wohnten sie denReichstagen bei/ trugen die Beschwerden sowohl als Vortheile(Linoluinenw"), die mit dieser Würde verbunden waren.

Noch 1662 und 63 ward der Abt Gallus n. vom rö-mischen Kaiser Leopold zu dem Regensburger-Konventberufen. Nur in spätern Zeiten entzogen sich nach und nachdie Fürften von St. Gallen den Ncichskonventen wegenallzugroßcn Kosten. Sie hörten aber dadurch nicht auf/ wahreReichssürsten zu sein/ wurden immer als solche vom römi-schen Kaiser/ vom Reiche/ ja von der ganzen löblichen Eid-genossenschaft selbst betrachtet und angesehen/ auch nachdemdas Stift St. Gallen der Eidsgenossenschaft zugewandt wor-den/ welches nicht anders geschah/ als vermittelst deS Bünd-nisses/ welches dasselbe mit den vier löblichen KantonenZürich/ Luzern, Schwyz und Glaruö geschloffen/ undzwar mit ausdrücklichem Bedingniffe der Lehen pflich-ten und Rechten/ die eS gegen das römischeReichund den Kaiser hat/ unversehrt.

St. Gallen blieb auch den Pflichten gegen daS Reich immergetreu. ES wollte weder bei der Wettsteinischen Gesandtschaftnach Münster 1646/ noch an der Zweier- und WettsteinischenGesandtschaft nach Wien 1650/ wo die gänzliche Unabhän-gigkeit der 13 Kantone vom Reiche betrieben wurde/ Antheilnehmen. Es blieb auch wirklich nach dem westphalischcnFrieden, in seiner ehevorigen Verbindung mit dem Reiche/wie aus einem Reskripte Kaiser Friedrich m. s-wo1656 an die löbliche Eidsgenossenschaft erhellet. Daß dieEidsgenossenschaft selbst dazumal noch die Abhängigkeit deSStifts St. Gallen vom Reiche anerkannt habe/ beweiset daSBetragen des löbl. Vororts Zürich/ welches ^o. 1656den Hrn. Waser/ Landvogt zu Kyburg, nach St. Gallengeschickt/ und sich anheischig gemacht hatte/ dem Stifte

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