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Erster Brief.
noch mehr, und die plötzlich den Australneger überfallendeWut, in der er wie ein wildes Tier den ihm Begegnendenmordet, würde bei uns als Zustand eines unheilbar Tollenerscheinen. Wie der Afrikaner, so ist auch der Austral-neger nicht imstande, sich fortzubilden. Er bedarf dazuder Hülfe von aufsen, und das Gefühl, dafs ihr Zustandfür uns ein Vorwurf ist, dies ist es, was die Missionarezu den Schwarzen treibt.
Kehren wir nach diesem Ausflug in die neue zurückin die alte Welt, und zwar nach Asien , so bietet dieseinen ganz andern Anblick dar, als Afrika . Es zeigt sichin jeder Beziehung als das Land des Aufgangs, denn allesbeginnt hier, was in Afrika fehlte. Schon der erste Blickauf die Karte zeigt, wie wenigstens auf zwei Seiten dieGliederung durch Meerbusen, vorspringende Halbinseln undInseln beginnt Ebenso ist von jener klimatischen Uni-formität nicht die Rede bei einem Weltteil, der alle dreiZonen befafst. Die Höhenverhältnisse betreffend, so wiegtzwar die Hochebene vor, und das vermittelnde Stufenlandtritt gegen sie und das Tiefland zurück, aber das letztereist nicht mehr nur Wüste und Sumpf, und von der erstem,auf welcher nach Ritter das Menschengeschlecht sich mitseinem Hausgerät, mit Haustieren und Cerealien versah,gehen grofse Ströme herab, gleichsam Wegweiser, an welchendie Menschen herabsteigen konnten. Der asiatischeMensch tritt uns in der sog. mongolischen Rasse ent-gegen. Gelb oder gelbbraun bis ins Schwärzliche hin, mitwenigen schwarzen und straffen Haaren, fällt er hinsicht-lich seiner Physiognomie durch die enggeschlitzten Augenund die eingedrückte Nase zuerst auf. Dem Beobachtererscheint der Schädel, von oben herab angesehen, durchdie weniger sanft sich verlierenden Umrisse fast viereckig,von der Seite betrachtet, weil sich der Scheitelpunkt erhebt,pyramidalisch, und bietet dem Gehirn nicht sehr viel Raum.