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Psychologische Briefe / von Dr. Johann Eduard Erdmann
Entstehung
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ELFTER BRIEF.

Ich fahre dort fort, wo ich stehen geblieben, denn esdrängt mich, diese trockenste Partie der Psychologie baldzn beendigen. Fürchten Sie aber nicht, dafs ich irgendeine Ihrer Fragen unberücksichtigt lasse; es ergiebt sichbald eine passendere Gelegenheit, sie zu beantworten,als hier.

Dafs das Ich, indem es sich seine Empfindungen zumObjekt macht, namentlich die, in welchen die Passivitätvorwog, dafs es da zum empfangenden, annehmenden Be-wufstsein wurde, dies liegt in der Natur der Sache. An-ders wird sichs dort verhalten, wo es sich vermittelst derVerleiblichungen über sie hinausschwingt, und sie zu sei-nem Gegenstände macht. Da nämlich in diesen der An-fangspunkt unzweifelhaft in die Thätigkeit des Individuumsfällt, und zwar in seine Innerlichkeit, und erst infolge-dessen sein Verhältnis zur Aufsenwelt oder auch dieseselbst geändert wird, so wird sich vermittelst ihrer eineGestalt des Ich ergeben, welche den diametralen Gegensatzgegen das Bewufstsein bildet. Hatte in diesem das Ichsich die Objekte gefallen zu lassen, so wird vielmehr jetztdas Objekt sich alles vom Ich gefallen lassen müssen;mufste dort das Ich den Objekten, so wird hier das Ob-jekt dem Ich folgen und weichen müssen: empfing im Be-wufstsein das Ich seine Befehle von den Gegenständen,