ZWEITER BRIEF.
Also nicht zwei Leser hat mein letzter Brief gehabt,sondern nur einen, da Ihre Schwester in Berlin ist. Ichsoll aber so weiter schreiben , als hätte sie den erstenBrief gelesen, denn bei ihrer Rückkunft werde es ge-wifs geschehen. Zugleich aber sagen Sie, ich hätte nichtalles gesagt, was von den Rassen zu sagen sei, denndie Frage nach ihrem Ursprünge sei gar nicht berührt,ich wisse wohl, dafs diese die Frauen am meisten interessiere,und auch Sie selbst seien neugierig, zu sehen, wie ichdenn den Zusammenhang erkläre zwischen der wechseln-den Gluthitze und den Regengüssen Afrikas und denhervorspringenden Backenknochen und wulstigen Lippendes Negers. Warten Sie, Spötter!
Zuerst aber wollte ich Ihnen doch das Geständnisabpressen, dafs, wenn ich diesen Punkt wirklich berühre,ich ein überverdienstliches Werk thue, und nur unterder Bedingung, dafs dieser Überschufs des Vei’diensteszur Tilgung anderweitiger Begehungs- und Unterlassungs-sünden mir zu gute geschrieben wird. Ich habe Ihnennur psychologische Untersuchungen versprochen, für diePsychologie aber ist die Frage, wie die Rassen entstan-den, von gar keiner Bedeutung. Sie mag diese Bedeu-tung für den Geschichtsforscher, vielleicht auch für denReligiösen haben, sofern Geschichte einen Teil unseres