SIEBZEHNTER BRIEF.
Ohne Vorrede weiter im Text.
Nach dem Gange, welchen ich bei der Betrachtung derIntelligenz befolgte, werden Sie sich gewifs nicht wundern,wenn ich sage, dafs die Entwickelung des Willens darinbesteht, dafs er immer mehr seinen individuell-subjektivenCharakter abstreift. Nannte ich den theoretischen Sub-jektivismus (oder genauer: Personalismus) Idiotismus,so kann der praktische Egoismus genannt werden, undwir wissen zum voraus, dafs uns die egoistischsten Formendes Wollens zuerst begegnen werden. Sie zeigen uns dasblofse Wünschen, d. h. das subjektivste Wollen, welches,wenp es sich z. B. den Forderungen der Vernunft ent-gegenstellt, ebenso schlecht, d. h. unvernünftig ist, wiejener Franzose mit seiner opinion dumm, d.h. unvernünftig,war. Wir brauchen hier nicht einmal bis in die allererstenAnfänge des Wollens zurückzugehen, denn diese wurdenmit den ersten Erscheinungen der Intelligenz zusammen-genommen. Wie sie, so sahen wir auch das Wollen alsGefühl beginnen, wie sie dazu übergehen, den eignenZustand zu o b j e k t i v i e r e n, was uns den Begriff des Ge-reiztseins gab, mit welchem wir vom Wollen Abschiednahmen*), um es jetzt wieder unter das Mikroskop
! ) Dreizehnter Brief pag. 328.