ZEHNTER BRIEF.
Ich wasche meine Hände in Unschuld. Rache aber,des seien Sie versichert, soll an Ihnen beiden genommenwerden! Vorläufig schon damit, dafs trotz der geistreichenkritisch-hermeneutischen Begründung Ihres Urteils ichIhnen sage, dafs Sie dennoch irre gehen: Einiges, dasnach Ihrer Behauptung ganz deutlich Haifische Umgebungverraten soll, ist doch noch an den Ufern der Spreenicht nur gedacht, sondern sogar niedergeschrieben. Glau-ben Sie aber nicht, mit dieser kleinen Züchtigung abzu-kommen. Die eigentliche Strafe wird darin bestehen, dafsich wirklich fortfahre zu schreiben, um aber sicher zusein, dafs das Strafurteil wirklich vollzogen ist, aufjeden meiner Briefe eine Antwort erwarte, die mir zeigt,dafs er gelesen wurde. Wird Ihnen dieses, wie ich kaumzweifle, sehr schwer, so sprechen Sie mit George Dandin:Tu Vas voulu! Und nun sogleich ans Werk.
Ich habe darauf aufmerksam gemacht, dafs das Kindzaghaft scheine, ehe es das Wort Ich ausspricht. Es hatrecht, denn es wiederholt darin eine That, die, als siedas erste Mal vollzogen ward, den Chor der Geister her-vorrief: Wehe! Wehe! Du hast sie zertrümmert, dieschöne Welt u. s. w.; die ernsteste, wenn Sie wollenfurchtbarste That ist der Akt, wo sich das Ich erfafst.Stellen Sie sich ein Wesen vor, welches sich selbst so