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Psychologische Briefe / von Dr. Johann Eduard Erdmann
Entstehung
Seite
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Zweiter Brief.

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that, die der Verewigung ebenso wert ist, wie der Gegen-stand eines anderen historischen Gemäldes. Der Holländerkann nicht anders als zähe festhalten an dem Kleinsten,denn nur durch diese Zähigkeit existiert er. Er aber istzugleich der schlagendste Beweis, dafs Landesbeschaffen-heit und Nationalität nicht nur in diesem Verhältnis ge-dacht werden mufs, dafs eines allein die Ursache des andernist. Weil Holland so ist, so ist der Holländer so. Aberauch umgekehrt: weil der Holländer so ist, deswegen istauch Holland so, ohne ihn wäre es Meeresgrund. Mehroder minder ist dies auch bei anderen Nationen nachzu-weisen. Die Roheit der Deutschen ist mit der Rauheitihres Klimas, diese mit jener geschwunden. Jetzt ist eseine organische Wechselwirkung, in der beides zu einandersteht. Dafs ein solcher Parallelismus da ist, dies ist fürunsern Standpunkt die Hauptsache, wie das Wesen derRassen für uns wichtiger war, als ihre Entstehung. Aberauch innerhalb eines und desselben Landes wird es wie-der neue Abtrennungen geben, und die Bevölkerung die-ser einzelnen Teile (Provinzen) wird abermals, je mehrsie voneinander abgesondert sind, um so mehr einenganz besondern innerlichen sowohl als äufserlichen Typushaben, der sich nicht nur in dem Dialekt, sondern in derganzen Denk- und Empfindungsweise zeigen wird, welchevon Natur bei dem Schlesier anders ist, als bei demWürttemberger. Dies kommt daher, dafs ein bestimmterGeist (das Wort so genommen, wie wir von dem Geistdes Friedens sprechen, der in einem Thale wohnt) andieses Land gebunden ist, dem sich der dort Einheimischenicht entziehen kann. Die Formation des Landes stehtin demselben Verhältnis zu diesem (Provinzial-) Geiste,wie die Physiognomie eines Menschen zu seiner innernGemütsstimmung; sie sind untrennbar, und man kannnicht von einer einseitigen Wirkung sprechen, wie ja auch