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Vierter Brief.
Gespräch, das wir bei unserer letzten Zusammenkunft hat-ten, und welches mir sogleich einliel, als ich Ihre Zeilenlas. Ich hatte Ihnen zu Ihrem Erstaunen und Ärgergesagt, dafs meiner Meinung nach eine sogenannte gene-tische Entwickelung nie mehr geben könne, als wie Eineswird und sich entwickelt, höchstens, wieviele einer Artzu entstehen und sich zu entwickeln pflegen, nie aber,was etwas ist und wie es sich entwickeln mufs, und dafseben darum alle Versuche, das Wesen dadurch zu begrei-fen, dafs man der Entstehung und dem Werden nachgehe,den Unterschied zwischen philosophischer und historischerDarstellung verkennen. Ich hatte ferner dasselbe in mei-nem zweiten Briefe *) bei Gelegenheit der Bassen wiederholt.Welch ein Triumph für Sie, wenn ich Ihnen jetzt zugab,dafs die Psychologie nur eine Erzählung sein dürfe, dennmit der Psychologie als einer philosophischen Disciplinwar es dann zu Ende. Also schon, um ihr diesen Charak-ter zu retten, mufs ich Ihren Dank ablehnen, Sie Boshaf-ter. Noch mehr aber: wäre Psychologie, wozu Sie michdieselbe machen lassen, so wäre sie aufserdem noch unmög-lich. Den Keim des Hühnchens können wir, Dank einemPistor und Oberhäuser, ziemlich von seinen ersten Lebens-regungen an verfolgen, nicht aber die ersten Anfänge desgeistigen Lebens; nicht die des Geschlechts, denn die erstenJahrtausende desselben verbergen sich in einem undurch-dringlichen Dunkel, und ebensowenig die des Individuums.Es scheint nämlich, als sei die Sprache hinsichtlich dergeistigen Regungen eines Individuums das einzige Mikro-skop, um sie genauer zu studieren; ehe es spricht, ist eskaum möglich, ins Innere des Kindes zu dringen, und hin-sichtlich unserer selbst geht unsere Rückerinnerung nieüber den Punkt hinaus, wo wir antingen zu sprechen, bleibt
*) Zweiter Brief pag. 28.