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Psychologische Briefe / von Dr. Johann Eduard Erdmann
Entstehung
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Fünfter Brief.

nur annäherungsweise übersetzbar finden-, desto besserfür sie und für uns. Gute Bücher liest man im Original,bei Fabrikware begnügt man sich auch mit der Über-setzung. Könnten wir und die Frauen uns jemals ganzverstehen, so hörte das Interesse aneinander auf; in dergegenseitigen Unergründlichkeit unseres Wesens liegt dieMacht, die uns aneinander bindet. Man studiert sich,wie ich schon einmal sagte, man studiert immer weiter,wird alt und grau bei diesem Studium und bedauertnicht, dafs es zu keinem Ziele führte, sondern nurdafs man es nicht von neuem anfangen kann.

Gerade heute, wo ich diesen langen Brief zuschliefsen gedenke, lese ich in mehreren Zeitungen voneiner neuen Passion in Amerika , wo zu dem Goldfieberund Lindfieber eine Journalistin ein anderes Fieber in dieWelt bringt, indem ihrem Beispiel, Mannstracht anzulegen,die Mädchen und Frauen scharenweise folgen sollen.Warum auch nicht! Die Männer Amerikas sind auchzum gröfsern Teil Kinder des neunzehnten Jahrhunderts,und wenn sie nicht gröfsere Energie zeigen, als diediesseits des Oceans Geborenen, so geschieht ihnen schonrecht, wenn man ihnen zumutet, die abgelegten Robender Frauen zur Kleidung zu nehmen. Thun es abererst die Amerikaner, so kann das ja bei uns nicht fehlen,denn 1 recTton we are German ! Ehrliches KönigstädterTheater! wer hätte vor achtzehn Jahren gedacht, dafs duder delphische Tempel, prächtiger Beckmann, wer hättegewähnt, dafs in dir eine Pythia stäke! Die einzigen,die ich bedaure, sind nicht unsere Herkulesse, die jetztnur spinnen, dann aber auch die Kinder warten werden,sondern unsere Omphalen. Denn jenes Rätsel, was michals Knaben sehr intrigierte, wo von dem Sarge gesagtward:wer es sieht, der braucht es nicht u. s. w., istauf das Symbol der Herrschaft im Hause viel besser