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Elfter Brief.
dasGemeinbewufstsein oderGesellschaftsbewufstseingenannt werden kann, es hat sociale Bedeutung, währenddas Wort „Ich“ isolierte. Darum tritt dieses Wort stetsdort hervor, wo der Mensch über seine isolierte Stellunghinausgeht, sich als Glied eines Ganzen weifs und so zumKollektivbewufstsein erhebt. Wir glauben an den drei-einigen Gott, sagt das Gemeindeglied; Wir haben be-schlossen, sagt der Ratsherr oder Minister, wenn sie aus derSession kommen; Wir haben befohlen, oder tel estnotreplaisir , spricht der König, wo er als Konzentration desganzen Volkes — (als „der Preufse“, „der Franzose“,wie früher der gemeine Mann sagte, „als Frankreich “,„England“, wie es bei Shakespeare heilst) — nicht alseinzelne Person auftritt. Ich habe das Gemeinbewufstseinauch Gesellschaftsbewufstsein genannt; ich finde es darumhübsch, dafs der freigesprochene Lehrbursche den Namendes Gesellen ( compagnon ) führt, und dafs wir von demmündig Gewordenen sagen, er gehöre der Gesellschaft( compagnie) an. Überhaupt möchte meine, Ihnen be-kannte Neigung, in gewöhnlichen Redensarten und Aus-drücken, die gewöhnlich nur für konventionell gelten, einentiefem Grund zu vermuten, kaum irgendwo eine solcheBefriedigung finden, wie hier, wo wir uns jetzt befinden.Haben Sie Nachsicht mit meiner Schwäche und begleitenmich ein Stückchen Weges. Sie selbst brauchen sehr oftdie Ausdrücke: er ist ein Mann von Erziehung und er istein Mann von der Gesellschaft als gleichbedeutend. Warum ?Weil Sie fühlen, dafs, wer sich nur als Ich weifs, derUngezogene ist, wie denn die Unerzogenen am meistensich geltend zu machen suchen. Ebenso ist es ein Zei-chen der Unmündigkeit, wenn einer stets „mein Vater“oder „mein Meister“ im Munde führt oder sich bei allemauf ihre Autorität beruft; der Erzogene ist dagegen der,welcher sich als Gesellschaftsglied weifs und zu dieser