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Siebzehnter Brief.
Mangels mich ergänze. Ich will also und eigne miran, was mir fehlt, während dort ich vielmehr zerstöre,was ich zu viel hatte und was mir anstöfsig war. Siesehen, jene Tendenz war Hafs , hier dagegen ist Anfangvon Liebe, so dafs der Gebrauch dieses letzteren Wortesfür Befriedigung des Triebes (j’aime ä boire), obgleichnicht hübsch, so doch erklärlich ist. Beide sind darumso verschieden wie der zornfunkelnde Blick des Kindes,indem es alles kurz und klein schlägt, und der nichtminder glänzende, den es, von Durst gepeinigt, auf einGlas Wasser wirft, welches es zu vertilgen wünscht.Gerade dieses Gebundensein an den einen reizendenGegenstand giebt dem Triebe seine bestimmte Richtung,vermöge der ein Fehlgreifen nicht möglich ist. Der Triebtäuscht nicht, und wenn, um dies zu bestreiten, so oftder Wassersüchtige angeführt wird, den das Trinkentöte, so erwidere ich: sein Trieb geht nur auf momen-tanes Durststillen, und dies wird allerdings nur durchTrinken erreicht. Mit dieser Sicherheit des Triebes streitet nicht, wenn er blind genannt wird; dies ist er,sofern er nicht auf Vorstellungen von Zweck und Nutzenberuht, sondern mehr bewufstlos, instinktartig leitet. Istsein Ziel, die Befriedigung, erreicht, so erlischt er oder istgestillt, und wie er die eine bestimmte Richtung hat, soauch seinen bestimmten Endpunkt, in welchem er auf-hört. Der Trieb ist die persönlichste Form desWollens, die nur auf die persönliche Erhaltung geht,darum habe ich ihn vorhin egoistisch genannt. Das Ob-jekt, worauf er geht, wird blofs als Mittel behandelt, alsZweck gilt nur das wollende Subjekt.
Könnte der Mensch nicht zu einem andern Wollensich erheben als zum Triebe, so hörte, sobald dieser ge-stillt ist, alles Wollen auf, bis neues Gefühl des Mangelsund neuer Reiz sich wiederholte. So ist es bei dem