Buch 
Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
Entstehung
Seite
10
JPEG-Download
 

10

Das Stcinkohlenland dcr Schweiz .

Sie haben auch gegliederte, aber dünne krantartige Stengel, wirtelig gestellteBlätter, die bei den einen (Sphenophpllen Fig. 8.) auswärts keilförmigverbreitert und meistens am Anßenraiid gezackt sind, bei den andern (denAnnularicn Fig. 6 nnd 7) dagegen immer «»getheilt bleiben und am Grundemeist zu einem Ring verbunden sind. Die Früchte (Fig. 7. d.l sitzen inlangen Achren in den Blattachseln und bestehen aus kleinen runden Kapseln.Da die Zweige zweizeilig gestellt und auch die Blätter alle in eine Flächeausgebreitet sind, ist es sehr wahrscheinlich, daß diese Gewächse im Wassergelebt nnd über dessen Fläche sich ausgebreitet haben, um sv mehr, da ihresehr langen und dünnen Stengel nicht vermocht hätten, die Pflanze anstechtzu tragen. DaS kurzblättrige Ringkraut stVmiulLiha. drevikolia L>-. Fig. 6>gehört zu den häufigsten Pflanzen im Anthrazitgebirg nnd zeichnet sich durchseine zierlichen, sternförmig ausgebreiteten Blattwirtcl aus; aber auch daslaugblärtrige Ringkraut stV lonAil'olw Lr. Fig. 7) ist nicht festen, namentlichin Erbignon und in dcr Tarcntaise. ES besaß wahrscheinlich mehrere Fußlange, viel verzweigte Stengel und aus schmalen Blattern bestehende Ro-setten, auö welchen die langen Fruchtährcn (Fig. 7. h.) hervorbrachen.Ihnen ist in Erbignon, Outre Rhone nnd dcr Tarcntaise ein Keilblattbeigestlst (das Lpllonogli^lluiii Lelllottstoimii Lr. mit den Abarten 8. saxl-dragwlolmm nnd äentatum vr.), das freilich hier nur in kleinen Resten(Fig. 8.) erhalten ist, während eS in Deutschland in prächtigen Stücken nndFruchtcreinplarcn (Fig. 8. ll.) entdeckt wurde. Es gehören diese Annu-laricu nnd Sphenophpllen zu den zierlichsten Pflanzen der Kvhlenfloraund unsere drei Arten sind auch in deutschen und amerikanischen Kohlengefunden worden.

Das Unterholz und Krautwcrk dcr Stciukohlenwälder wurde sehrwahrscheinlich von den Farrcnkräutern gebildet, welche daS Hauptkontingentzu unserer Flora geliefert haben. Manche derselben waren krautartig nndvon zarter Bildung, so die feinblättrigeu Kcilsarren (Lxllonoxteris trillae-tvlites Dr., 8z>li. lrrvgulaiiL 8tl>A. Taf. I. Fig. ll., 8^ll. Leutiloda 8tög.Taf I. Fig. 5.) und wohl auch mehrere PecopteriS-Artcn, während andere,wie die meisten Arten dcr Gattungen Ncrvcufarrcn (dlsuroxteils) und Zahn-sarren (Olloiitoxtoi-isi, wahrscheinlich zu den Baumsarren zu zählen sind.Das häufigste Farrcnkraut von Erbignon, von Posettcs und vom M. du Ferbei Scrvo; ist ein Ncrvenfarrn (die dl. üexuosa 8tl>A.t; es ist dieß über-haupt die gemeinste Pflanze unseres Stcinkohlcnlandcs. Es ist bemcrkcnS-wcrth, daß es zugleich eine der häufigsten Pflanzen der amerikanischen Stein-kohlen ist und auch in Deutschland und England vielfach beobachtet wurde.Es hatte nngemcin große Blätter. Von der über einen Zoll dicken Spindel