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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
Entstehung
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289
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Achtes Lapitel.

Die Mrn der Minne.

Zahl der Pflanzenarten. Die Kraut- und Holzvegetation, Bäume und Sträucher mit fallendemund immergrünem Laub. ZahlenverhLltnisse der großen Hauptabtbeilungen der- Gewächs-reicheS. Veränderung, die während der miocenen Zeit im Pflanzenklcid unseres Landesvor sich ging, Uebersicht der bauvksächlichsten Pflan;enformen. Vergleichung der Pflanzenunserer Molasse mit den Ietztlebenden. Charakter unserer Molassenslora,

1. Zahl der Pflanzenarten.

Aus der eocenen Zeit sind uns aus der Schweiz uur wenige Land-pflanzen bekannt geworden und wir mußten unsere Blicke nach Italien undEngland richten, um einige Aufschlüsse über das Pflanzcnkleid, welches da-mals die Erde geschmückt hat, geben zu können. Ganz anders verhält essich zur miocenen Zeit. Während derselben wurden solckc Massen vonPflanzen in die Erde gelegt und dieselben stellenweise so wunderbar schönuns erhalten, daß sie uns einen tiefen Blick in die Pflanzenschöpfnng jenerfernen Zeit gestatten. Es ist kein Land der Erde bekannt, das bis jetzteinen solchen Reichthum miocener Pflanzen zu Tage gefördert hat, wieunsere kleine Schweiz , daher ihre Flora vor unseren Blicken den Pflanzen-teppich entfaltet, der in jenem Weltalter Mitteleuropa bekleidet hat. Wennwir denselben schildern, so entwerfen wir ein Bild, das zugleich für einengroße» Theil dieses Kontinentes gilt und uns zeigt, daß zu dieser Zeit dieErde mit einer Pflanzendecke geschmückt war, welche schon nahe an die derjetzigen Schöpfung sich anschließt.

Es sind bis jetzt bei uns an etwa 80 verschiedenen Stellen Pflanzenin der Molasse gesammelt worden, an vielen freilich nur einzelne, an anderndagegen zahlreiche Arten. Die wichtigsten sind: Monod mit 193, die Pan-deze mit T9, die Umgebungen von Lausanne mit 96, Delsberg mit 32,Loclc mit 1T0, Ralligen mit 3T, Eri; mit 68, Aarwangen mit 28, der hoheRhone » mit 1T2, der Albis und Jrckel mit 60, die Findlinge St. Gallens

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