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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
Entstehung
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270
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Siebentes Kapitel.

MojliMnilliid der Fchwch.

Das Areal desselben. Verbreitung und Mächtigkeit. Die Kesteinsarten. Sandstein. Mergel .Nagelfluh. Kalk. Braunkoblen. Die 5 Stufen der Molasse. Konfiguration von Mittel- europa zu dieser Zeit. Bodengestalt unseres Molassenlandes.

Bei allen unseren bisherigen Schilderungen haben wir das Hügelland,das zwischen dem Jura und den Alpen sich ausbreitet, als Meeresbodenangenommen, welcher aber unserer Untersuchung unzugänglich war. Er istbedeckt von jüngeren Sandsteinen und Mergeln von solcher Mächtigkeit,daß nur an den Rändern die ältern Gesteine zu Tage treten. Es sind dieseSandsteine zum Theil sehr hart und scst, zum Theil aber weich und selbstin lose Saudmassen übergehend. Sie werden im Waadtlande alsMolasse"bezeichnet und diesen Namen hat man auf alle Felsbildungen dieser Zeitübergetragen* und das Land, dessen Boden von ihnen zunächst gebildetwird, das Molassen land genannt. Es umfaßt mit 152 geographischenQuadratmeilen etwa des Areales der Schweiz . Es ist im Süden pouder früher besprochenen Zone von Nummuliten- und Flyschgcsteiuen, nur anwenigen Stellen von Kreidefelsen begrenzt; im Norden aber von den juras-sischen und Kreidcgebirgcn des Jurazuges, und nimmt daher das ganzeFlachland der Schweiz ein.

Es dringt diese Molasse in unserm Alpengcbiet nirgends in die innernGebirgsthäler hinein, wogegen sie sich über die Sohlen mehrerer Jurathälerverbreitet und dort die eocenen Bohnerzbilduugen bedeckt. Längs der Alpen ist sie derartig dachförmig gehoben, daß ein Theil (der Südschenkel) gegen

* Man sehe: Beiträge zu einer Monographie der Melasse von B. Studer . Bern 1825.Es bildet dieies treffliche Buch nebst dem zweiten Bande der Geologie der Schweiz des-selben Verfassers die Grundlage für das Studium der schweizerischen Molasse. Wir babendie in demielben angewendete und allgemein in Gebrauch gekommene SchreibartMolasse"(statt Mollasse) beibehalten.