Fünftes Kapitel.
M Keit der Rreidediidulig.
Verlheiiung von Land und Meer zur Kreidezeit. Die Stufen der Krcibeformation. Beschaffen-heit der aus den MeeresniederschlZgen entstandenen Felsen der alpinen und jurassischenZone. Die Verbreitung der Thiere an den Küsten unseres Krcidemeeres. Vergleichungunserer Fauna mit derjenigen der benachbarten Meere während der Kreidezeit im Allge-meinen und während der verschiedenen Stufen. Uebersicht der wichtigsten Veränderungen,die während derselben vor sich gegangen sind. — Die Pflanzenwelt des Kreidcmeeres.Die Tbierwelt. Die Rhizopoden. Die Polythalamien des Secwerkalkes, des Gault- undSchrattenkalkes svon Herrn Professor Kaufmann). Die Drbilolinen; Steinkorallen, See-schwämme, Seeigel, Weichthiere. Fische und Amphibien. Die Landflora der Kreidezeit.
Eine unmittelbare Fortsetzung der Juraformation bildet die der Kreide.Sie hat diesen Namen erhalten, weil die Schreibkreide in dieser Zeit ent-standen und das bekannteste Gestein derselben ist. Freilich kommt dieseSchreibkreide an verhältnißmäßig nur wenigen Stellen (so in Deutschland aus der Insel Rügen, in Belgien bei Mastricht, in Frankreich in der Gegendvon Marseille und bei Meudon ) und bei uns gar nicht vor. Die in dieserZeit gebildete Gebirgsmasse besteht vorherrschend aus einem festen, hartenKalk, stellenweise aber auch aus Mergeln, Thon und Sandstein. AuS derSchweiz kennt man aus dieser Zeit fast lauter marine Bildungen. Nur inder westlichen Schweiz hat man unmittelbar dem obersten Jura aufliegendeine Süßwassersormation entdeckt, welche zwar von geringer Mächtigkeit, abervon großer Ausdehnung gewesen zu sein scheint. Man hat darin Süßwasscr-schnccken (Anadonta, Cyclas, Paludina, Planorbis und Phvsa) und dieFrüchte einer Armlenchterart (Oliara ssueouräi llr.) gefunden. Es ist dieseSüßwasserbildung an die Grenze zwischen den Jura und die Kreide gestellt;wir verbinden sie mit der letztem, weil mit ihrer Bildung eine neue Welt-ordnung beginnt, wenigstens Europa eine neue Gestalt erhielt. Es fälltnämlich diese Süßwasserbildung unseres Jura sehr wahrscheinlich mit einerähnlichen Landsormation in England und Norddeutschland zusammen, welche