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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
Entstehung
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465
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Elftes Kapitel.

DüL Klima dkfl MoiliMnlalldrZ.

Kann aus der Flora und Fauna ermittelt werden. Es muß ein subtropisches gewesen sein.Dieß nachgewiesen aus der Zahl der Pflanzen- und Thierarten, den immergrünen Bäumen,dem Gang der Jahreszeiten und Entwicklung der Pflanzenwelt, dem Charakter der Flora.Pflanzentypen der tropischen, der gemäßigten und der warmen Zone. Es fand währendder Molassenzeit eine etwelche Abnahme der Temperatur statt. Näbere Bestimmung desKlima's der miocenen Zeit. Die Thierwelt des Festlandes und des Meeres stimmt mitden auf die Flora gegründeten Ergebnissen überein. Zonenweise Vertheilung der Wärme.

Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Pflanzen und Thiereder Vorwelt denselben Gesetzen unterworfen waren wie die der Jetztzeit.Wie jetzt jede Art ein bestimmtes Maß von Licht und Wärme, von Lustund Wasser zu ihrer Entwicklung bedarf und ihre Ausbreitung über dieErde dadurch bedingt wird, so wird es auch in der Vorwelt der Fall ge-wesen sein. Es wird auch damals von allen äußern Lcbensmomenten dieVertheilung der Wärme und des Wassers den größten Einfluß aus dasVerbreitungsareal derselben ausgeübt, und jede Art wird innerhalb be-stimmter Grenzen sich bewegt haben. Die fossilen Pflanzen und Thiere gebenuns daher wichtige Ausschlüsse über das Klima der Vorzeit. Es wird jedermit den Ergebnissen der Pflanzengeographie vertraute Pflanzcnkenner, welchemman eine Sammlung von Gewächsen vorlegt, zu entscheiden vermögen, wiedas Klima des Landes, dem sie entnommen wurde, beschaffen sei. Dasselbegilt von der Thierwelt, namentlich den Insekten, welche je nach den klima-tischen Verhältnissen sehr verschieden geartet sind. Können wir aber von denjetztlcbenden Pflanzen und Thieren zutreffende Rückschlüsse aus das Klima desLandes thun, dem sie angehören, so wird dieß auch von den vorweltlichenmöglich sein und es werden diese Schlüsse aus um so größere Zuverlässig-keit Anspruch machen können, je umfangreicher das Material ist, auf welchessie sich stützen, und je näher die Pflanzen und Thiere den jetztlebenden

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