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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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562
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Fünfzehntes Kapitel.

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Erster Abschnitt. Die unorganische Natur.

Bildung von Berg und Thal durch die Hebungen und Senkungen des Bodens, durch dieAuswaschungen und die Gletscher. Das Klima der verschiedenen Weltalter.

1. Hebung und Senkung des Landes.

Thatsachen, auf welche die Annahme großer Bodenschwankungen sich gründet. Ursachen der-selben. Art ihrer Wirkung. Schichtenbau unserer Gebirge. Bildung der Berge, Thälerund Scc'n. Einfluß auf Bcrtheilung von Meer und Land. Zeiten der Hebung und Senkung.Zeitdauer der geologischen Perioden.

Was vor Zeiten noch war ein sicher gegründetes Erdreich,

Wurde dann Meer und dem Schooße der Fluchen entstiegen die Länder.Fern vom Gestade der Wogen erscheinen nun glänzende Muscheln.

Diese oft erwähnten Verse Ovids sMelamorphosen XV. 262) zeigen uns,daß man schon im Alterthum ans dem Vorkommen von Mcermuscheln imInnern des Landes aus einen Wechsel von Land und Meer geschlossen hat.Wie richtig dieser Schluß war, sagen uns zahllose Denkmäler unseresLandes. Wir haben ja gesehen, daß Meergeschöpfe nicht nur in denNiederungen, sondern selbst auf den höchsten Alpen sich finden. Es sindnur zwei Fälle denkbar, wie sie dahin gekommen sind; entweder hat dasMeer zu einer Zeit bis zu diesen Höhen hinaufgereicht, oder es sind dieBerge in diese Höhe gehoben worden. Anfangs war die erstere Ansichtverbreitet. Man nahm ein Urmeer an, welches bis zu den obersten Berg-spitzen alles Land bedeckt habe. Gegen eine solche Annahme spricht aberder Umstand, daß dann die Erde einen größern Durchmesser gehabt habenmußte, was sehr unwahrscheinlich, und daß man nicht weiß, wo die unge-heure Wassermasse, welche bei derselben angenommen werden mußte, hinge-kommen wäre. Es ist viel wahrscheinlicher, daß der Meeresspiegel nie