Zehntes Äapitel.
Schilderung einiger mincener MuliMii.
Lausanne . Der hohe Nhonen. St. Gallen. Locle. Die Molasse des Kantons Zürich .
Oeningen.
Wenn wir die Natnrwelt eines Landes kennen lernen wellen, werdenwir immer von der Untersuchung einzelner Lokalitäten ausgehen müssen, underst durch die Zusammenstellung der an diesen gewonnenen Resultate wirdein Gesammtbild entstehen. Denselben Weg haben wir zur Ermittlung desNatnrcharakters früherer Weltalter einzuschlagen. Die Schilderung derPflanzen- und Thierwelt unseres Molassenlandes, welche die vorigen Ka-pitel enthält, ist aus der Zusammenstellung zahlreicher, an den verschie-densten Punkten unseres Landes vorgenommener Untersuchungen entstanden.Wie wir aber in der Jetztwelt die Pflanzen- und Thier-Arten eines Landesnirgends in Einer Gegend vereinigt finden, so waren sie auch in der Bor-welt über das ganze Land vertheilt und den Lokalverhältnissen desselbenangepaßt. Auf einmal tritt uns nur ein Bruchstück des Ganzen vor Augen.Wollen wir uns daher ein Bild der Natur, wie sie in Wirklichkeit leibt
und lebt, verschaffen, so müssen wir uns immer an einzelne Lokalitäten
halten. Wir wollen daher versuchen, noch von einigen Punkten unseres Lan-des solche Bilder zu entwerfen, welche geeignet sind, uns eine deutliche Vor-stellung von dem Aussehen unseres Landes in damaliger Zeit zu gebe».
1. Lausanne zur miocenen Zeit.
Wir haben früher gezeigt (S. 282), daß zur Zeit der untern Brann-kvhlenbildung ein See aus der Gegend von Vivis bis an die Paudeze inder Nähe von Lausanne sich ausdehnte. Die Mergel von Monod bei Chex-bres und von Röchelte in dem Thälchen der Paudeze schließen die Ueber-
reste der reichen Flora ein, welche einst die Ufer dieses See's bekleidet hat.
In dem Bilde „Lausanne zur miocenen Zeit" wurde versucht, dieselbe wieder