Buch 
Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
Entstehung
Seite
30
JPEG-Download
 

30

Das Steinkohlenland der Schweiz .

mooren her bekannt sind und an deren Bildung sie einen so wesentlichenAntheil haben. Bon Thieren finden wir in den Schieferkohlen oder derenLetten theils Reste solcher Arten, welche einst im Moore gelebt haben, theilssolcher, die da verunglückt sind. Zu den erstem gehören die Muscheln undWasserschnccken, welche in der Seckrcide liegen, und die Snmpsinsekten(DonacieiO, welche stellenweise in der Kohle drin so häufig sind, daß ihreblauen und erzfarbigen Flügeldecken zuweilen große Platten bedecken. Sielebten obne Zweifel aus den Wasserpflanzen, wie die Donaeien der Jetzt-zeit. Andere Thiere dagegen sind zufällig ins Moor gekommen und da er-trunken, nämlich die großen Sängcthicre, welche in einem spätern Kapitelnoch besprochen werden sollen.

Wir haben somit hier ganz genau dieselben Erscheinungen wie in denTorfmooren; am Grund die Teekreide, in der schwarzen, braunen sie decken-den Masse ganze Schichten mit Torfmoosen, Schilf und Binsengewächsen,eingesunkene Baumstämme, umhüllt von einer fast homogenen, aus der Ver-wesung krautartiger Pflanzen entstandenen Torfmasse; Reste von Thieren,die in den Schlamm gefallen und da verunglückt sind, wie von solchen, dieeinst im Moore gelebt haben, also einen ganzen Komplex von Wesen, wiein den noch jetzt täglich sich bildenden Torfgegcnden. Zwischen den Kohlensind Bänder von Letten, wie solche auf Torfmooren entstehe», welche zeilen-weise überschwemmt werden. Aus dem Wasser setzt sich der Schlamm ab undbedeckt das Torfland und unterbricht so für so lange die Torfbildung, biseine neue Vegetation sich auf dem Lettenband ansiedle« kann. Der einzige,aber allerdings sehr wichtige Unterschied ist, daß der Torf hier gepreßt undausgetrocknet ist. Die Torspresse bildeten die ungeheuren Geröllmassc», welchesie bedecken und mancherlei Aenderungen im Innern veranlaßten. OhneZweifel waren die Baumstämme und die umhüllende Torsmasse noch weich,als die Bedeckung begann, daher sie zusammengedrückt und in diese platteForm gebracht wurden. Ebenso wurden die Schilfrohre dermaßen gepreßt,daß sie jetzt als papierdünne Bänder erscheinen und die Moose dichte, fastkompakte Filzmasscn darstellen. Die Schieferkvble ist daher zusammenge-preßter, ausgetrockneter Torf und nicht aus znsammengcschwcmmten Holz-massen entstanden.

Die Schiefcrkvhlcn liegen immer unter den Geröllbänken, aber überdem Sandstein unseres Landes. Zwischen dem Sandstein aber finden wirdie Braunkohlen, die also tiefer nuten liegen und einer ältern Zeitangehören. In dem oben mitgetheilten Profil von Wetzikon «S. 25) folgtunmittelbar unter dem Gerölllager der weiche Sandstein (die Molasse), wieer die Hügel des Aathales bildet. In diesem findet sich ein dünnes Lager