Buch 
Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
Entstehung
Seite
206
JPEG-Download
 

206

Die Zeit der Kreidebildung.

mcerbecken verfolgt werden können; ja manche waren zugleich in Deutschland ,England und Frankreich zu Hanse, also wohl über das ganze europäische Kreidcmecr verbreitet. Auch in ihrem zeitlichen Auftreten bestätigen sie, daßjede Kreideftusc ihre eigenthümlichen Arten erhielt, wie schon aus dem Obigenhervorgeht. Ich füge noch bei, daß sogar einzelne Gattungen auf eine be-stimmte Abtheilung der Kreide beschränkt sind, so finden sich Stcnonia,Offaster, Pilula und Anauchytes nur in der obern Kreide, für welchenamentlich die ovats. (Fig. 117.) als ein Leitigel zu

bezeichnen ist; er findet sich im Lcewerkalk von Unterwalden, am Ealandaund der Fähnern und ist anderwärts fast überall, wo in Europa die weißeKreide vorkommt, beobachtet worden. Es sind di^Ananchvteö große See-igel mit gleichen Ambnlakralfcldcrn, deren Füßchengänge sich nicht blumen-blattartig zusammenschließen wie bei den übrigen Herzigcln.

Das Hauptkontingent für die Bevölkerung unseres Kreidemeeres liefern,wie zur Jurazeit, die Mollusken. Aus der S. 176 mitgetheilten Ueber-sicht der Kopffüßler geht hervor, daß diese in Artcnzahl mit denen desJurameercs wetteifern. Die Belcmnitcn haben allerdings schon bedeutendabgenommen, auch die Ammonitcn erreichen nicht ganz dieselbe Zahl, da-gegen sind die Nautiken zahlreicher geworden und in den Thurm-, Stock-,Falten- und Hacken-Ammoniten sind ganz neue Gattungen hinzugetreten,wie denn überhaupt die zahlreichen Formen von ftabförmigen, an denEnden umgebogenen oder eingerollten Ammoniten die Kreidezeit vorauskennzeichnen. Nachdem schon im Jurameer diese Familie in einem wunder-baren Reichthum von Formen sich entfaltet hat, setzt sich diese UmbildungdeS Gattungstvpus auch während der Kreidezeit fort; es treten aber nochneue Motive hinzu. Nicht nur rollt sich die spiralig in einer Ebene gewun-dene Schale auf, eine Bildung, welche schon zur Jurazcit begonnen hatte,nicht nur nehmen die Schalen die Form von Hörnern und Stäben an,sondern sie werden auch schraubenförmig gewunden und es entstehen dieschneckenförmigen Thnrm-Ammoniten (die Turriliten). So wird dieser merk-würdige Thiertppns noch in allen Formen ausgeprägt, ehe er für immervom Schauplatz des Lebens verschwindet.

Die Familie der Tintenfische ist in der alpinen Zone häufiger zutreffen als in der jurassischen und alle Arten, welche in der letztem bisjetzt beobachtet wurden, finden sich auch in der erstem; die meisten aberzugleich auch im Mittelmeerbeckcn. Die häufigste Art ist der Uelemnitssxistilliiormis LI. und charakterisirt die Stufe des Neocom.

Die Familie der Perlbootschn ecken (der Nautiliden) weist nn§in ihren 21 Arten theils glattschalige Formen, wie wir sie schon von früher