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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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269
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Rückblick.

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haft aus der Mischung vvu Land- und Meerthicrcn hervorgeht, welche diedortigen coceneu Gesteine in so großer Zahl einschließen. Und dasselbe giltvon der Insel Wight . Da hier wie im Pariscrbeckeu marine mit Süßwasser-bildungen wechseln, muß wahrend dieser Zeit das Niveau des Meeres manchenSchwankungen unterworfen gewesen sein.

Europa tritt uns daher schon zur Eocenzeit als ein beträchtliches, abervon zahlreichen Mecresarmen durchschnittenes Festland entgegen, daS einerreichen Pflanzen- und Thicrwclt eine geeignete Statte znr Entwicklung dar-bot. Diese hat denn auch nicht gefehlt und läßt uns auf ein fast tropischesKlima znrückschließen. Die immergrünen Urwälder mit ihren Feigen- undSeifenbäumen, ihren Myrten und Palmen paffen sehr wohl zu den zahl-reichen tapirartigen Palaeothcrien, den Moschusthieren und Affen, welchein denselben hausten. Ebenso weisen die Meerthicre, die Matterfische wiedie Mollusken des Nnmmnlitengebirges auf ein entschieden warmes Klimahin und nur der Flysch bildet durch seine Verödung einen unerklärlichen,wunderbaren Kontrast gegen die übrigen Erscheinungen dieses Weltalters.

Als für das praktische Leben wichtige Erzeugnisse dieser Zeit habenwir die Matterschiefer und die Bvhnerzc kennen gelernt, deren Gewinnungund Verarbeitung viele Menschen beschäftigen. Die Steinkohlen dieser For-mation sind von geringer Bedeutung, wogegen die dunkelfarbigen Sand-steine vielfach zu Bausteinen Verwendung finden. Der Flyschboden ist frucht-bar, weil das Gestein leicht verwittert und aufgeschlossen wird, vielleichtauch weil es Spuren von Phosphorsäure enthält; der Bohnerzboden da-gegen ist für die Kultur ungünstig und auch die Bäume wollen auf dem-selben kein rechtes Gedeihen zeigen.