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reiche Fundgruben organischer Wesen sich finden. Aus der östlichen Schweiz gehören die Braunkohlen des hohen Rhonen und der Rufi bei Schaumsdieser Zeit an, in welcher das Meer aus unserem Lande verschwunden oderdoch nur hier und da längs der Alpen in einzelnen Brackwasserlagnnenzurückgeblieben war. (n»e solche war im Lchmcrcngrabcn bei Ralligen, derenNiederschlage neben Brackwasserthieren untermiocenc Landpflanzcn enthalten.
In der Umgebung von Lausanne folgt auf diese untere Brannkohlen-bildung eine g r a u e Mol a sie, welche in mehreren hundert Fuß Mächtig-keit in Süßwasser gebildet wurde. Dieselbe läßt sich über die ganze west-liche Schweiz verfolgen. Wir finden sie aber auch längs der alpinen Zonebis nach den Kantone» St. Gallen und Appenzell , wo sie die Sandsteinedes Mönzlen und des Rnppen bilden und stellenweise eine beträchtlicheMächtigkeit erreichen.
Auf diese graue Melasse folgt eine Meercsbildung, wie die zahl-reichen Muscheln, Meerschneckcn und Havfischzähne, welche wir in den Ab-lagerungen derselben finde», bezeugen. Sie bildet die vierte oder helve-tische Stufe unserer Molasse. Wir können sie von der Perle du Rhone »ich von den Ufern des Genferice's, wo sie ob Lausanne bei l220 Fußüber der Seefläche ;2T70 Fuß über Meer) beginnt, über den Kanton Waadt und Freibnrg und längs des ganzen Inraznges bis an die Lägern und denRanden verfolgen; ebenso tritt sie aber auch längs des Alpengebirges aufund bildet hier einen Streifen mariner Sandsteine, der von Rorschach überSt. Gallen, Bäck, Luzern , den Kanton Bern bis an die Saane nachge-wiesen ist. Man hat diese Zone als subalpine Molasse unterschieden, währenddie dem Inrazuge folgende als M uschelsandstein auftritt. Es bezeichnetdieser offenbar den Strand, an welchem die im Leichtmeer lebenden Thieredurch die Brandung massenhaft angehäuft worden sind. Ob auch das Mo-lassenbeckcn zwischen diesen beiden marinen Streifen von Meer bedeckt ge-wesen, ist zwar nicht erwiesen, da dasselbe von jüngere» Süßwassersand-steinen überlagert wird, ist aber höchst wahrscheinlich. Es ist wohl kaumzu zweifeln, daß damals daS Meer von der alpinen Zone bis an den Juragereicht hat, obwohl von den damals gebildeten Niederschlügen nur dieRänder unserer Untersuchung zugänglich geblieben sind. Sehr beachtens-werth ist, daß dieß Meer in einzelnen Fiords in die Jnrathäler eindrangund in La Chaur de Fonds und im Delsbcrg marine Gesteine erzeugte.
Ueber dieser MeercSmolasse liegt im Osten der Schweiz eine reineLüßwasserformation, welche das fünfte und oberste Glied unserer miocencnBildung darstellt. Sie bedeckt und verhüllt hier die aus den Mceresnieder-schlägen entstandenen Sandsteine. Das Meer ist aus der Schweiz ver-