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Die Molaffe der Schweiz ist demnach theils eine marine, theils eineSüßwasserbildung. Es hat das Meer in zwei verschiedenen Zeiten unserMolassenland wenigstens theilweise bedeckt und viele seiner Kinder in seineNiederschlage vergraben zurückgelassen. Wo Flüsse und Bäche in das Meereinmündeten entstanden Deltabildnngen, wie eine solche bei Luzern auftrittund den dortigen mehrfachen Wechsel von mariner und Süßwassermolassczu bedingen scheint. Nachdem das Meer zurückgetreten, waren längs desAlpengcbirgeS, wie eS scheint, tiefe Becken und Kessel geblieben, derenWasser allmälig von einströmenden Bächen ausgesägt wurde; sie ver-wandelten sich in Snßwasscrseen, in welchen wie znr marinen Zeit die Nagel-st nh und Sandsteine abgelagert wurden, die gerade in jenen Gegenden eineso merkwürdige Mächtigkeit erreichen. Aber auch über das übrige Landbreiteten die Gewässer Sand und Letten auS und erzeugten so das Materialzu der Süßwassermolasse.
Diesen Wechsel von Meer und Festland zur Molasscnzeit werden wirerst dann richtig zu würdigen im Stande sein, wann wir nnS ein Bildvon der Konfiguration von Europa während jener Zeit verschafft haben.Wir haben früher zS. 268) die Bertheilung von Land und Wasser znrEocenzeil kurz gezeichnet und gezeigt, daß Europa schon damals ein beträcht-liches, von zahlreichen Mceresarmen durchzogenes Festland war. Als einsolches erscheint es auch während der Molasscnzeit. Das beiliegende KärtchentFig. 154) sucht die Verhältnisse zu veranschaulichen, wie sie während derZeit der Bildung unserer helvetischen Mceresmolassc in Mitteleuropa bestanden