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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
Entstehung
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Zahl der Pflanzenarteri.

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Amerika's erinnern, wo noch jetzt in den Flußgebieten des Orinocco unddes Amazonenstromcs ein Ländcrgebiet 12 mal so groß als Deutschland vom Urwald bedeckt ist, darf ferner daran erinnern, daß auch in unsermLande in historischer Zeit die Wälder einen großen Theil des Areales ein-nahmen und der Mensch nur allmälig dem Walde das Kulturland abge-wann. Mit diesem Dominiren der Waldvcgetation in unserem Molaisenlandstimmt auch die Jnscktenwclt überein, welche großenteils aus Waldthierenbesteht.

Darum hat aber die krautartige Pflanzendecke, welche jetzt unsereblumenreichen Triften bildet, nicht gefehlt. Sie findet sich gegenwärtig auchin jenen Waldländcrn Amerika's, nur daß sie hier das Dunkel desWaldbodcns zum Theil aus die Bäume hinauf drängt; sie war ferner ohneZweifel schon vor tausend Jahren in allen wildwachsenden Arten in unseremLande vorhanden, die wir jetzt bei uns sehen. Allein sie waren in viel ge-ringerer Jndividncnzahl da. Je mehr die Wälder ausgerottet wurden, destomehr breitete sich die kleinere, krautartige Pflanzenwelt aus und nahm sonach und nach von dem größern Theil des Landes Besitz; also nicht etwain Folge der Entstehung neuer Arten, sondern lediglich in Folge derVervielfältigung der Individuen. Jetzt. ist dieses kleine Volk krantarligerGewächse auch der Jndividncnzahl nach dominircnd geworden, wie es dießschon von Anfang an der Artcnzahl nach war.

Dieses muß es wahrscheinlich machen, daß auch in unserem Molassen-land die Kräuter zahlreich vorhanden waren und vielleicht auch der Arten-zahl nach über die holzartigen vorgewaltet haben. Ihr spärlicheres Auftretenwird durch die Hinfälligkeit derselben und noch mehr durch den Umstand,daß sie keinen regelmäßigen Blattfall haben, erklärt. Die Mehrzahl der unsbekannt gewordenen Kräuter gehört zu den Sumpf- und Wasserpflanzen, essind Sumpfgräscr, Laichkräuter, Rohrkolben, Seerosen, Froschlöffel u. a. in.,deren Blätter leichter in den Schlamm gerathen konnten als die der Land-kräuter; andere sind auf uns gekommen durch die vom Wind in'ö Wassergewehten Früchte und Fruchtkclche, so zahlreiche Korbblnthcr, der Schneckcn-klee und die Pvrancn. - Von manchen Kräutern haben wir durch die Jn-sektenwelt indirekte Kunde erhalten. Viele Insekten sind an bestimmte Pflanzcn-artcn gebunden und lassen uns daher auf sie znrückschließen. Wenn schon dieArten der Molasscnzeit von den jctztlebenden verschieden sind, so stehen siedoch denselben häufig so nahe, daß sie solche Vergleichunge» nnd Schlüssezulassen. So erzählt uns eine Galernca Oeningcns Luokl llr.), daß esdort Labkräuter, eine zierliche kleine Monanthia l^l. ^Vollaston! Hr.), daßes ein Vergißmeinnicht, ein Svromastes «8. colorstus Hr.), daß es Brom -

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