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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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Die Flora der Mo lasse.

und fünften uns ein reiches Material zur Verglcichnng darbietet. Ein Blickauf die folgende Zusammenstellung geigt unS die Zahl der diesen Stufeneigenthümlichen und gemeinsamen Arten.

Stufen.

Eigen-

thümliche

Arten.

Gemein-

sam

mit der11. Stufe.

Gemein-

sam

mit derIII. Stufe.

Gemein-

sam

mit der

I V. Stufe.

Gemein-

sam

mit der

V. Stufe.

Arten.

Arten.

0/

/o

Arten.

7o

Arten.

0/

,0

Arten.

0/

/tl

Zweite Stufe

(mit 33K Arten).

186

55

Ilck

31

38

11

81

2ck

Tritte Stufe

(mit 211 Arten).

58 -

27

Ilck

50

23

87

ckl

Vierte Stufe

(mit 92 Anen).

26

30

38

50

58

39

ck5

Fünfte Stufe

390

68

81

ist

87

15

39

7

(mit 566 Arten).

ES reichen also 81 Pflanzenarten von der zweiten und 87 von derdrillen Stufe bis in die fünfte hinauf, waren also während dieser langenZeit über unser Land verbreitet. Ei» fortgesetztes Studinm der miocenenFlora wird ohne Zweifel die Zahl dieser gemeinsamen Arten beträchtlichvermehren, doch ist die Zahl der in jeder Stufe neu hinzutretenden undanderseits der verschwindenden Arten so bedeutend, daß dieß nicht alleindurch unsere noch lückenhafte Kenntniß der Pflanzenwelt dieser Zeit erklärtwerden kann. ES muß wohl eine nicht unwesentliche Aenderung im Pflanzen-kleide unseres Landes während der Bildung der Molasse vor sich gegangensein. Als Hauptmomentc derselben können wir folgende bezeichnen:

17 aus die Steingrube zu EI. Gallen fallen. Die übrigen noch der vierten Stufe zuge-zählten Arten kommen aus der marinen Molasse des Kantons Waadt . und zwar die meistenaus einem Lager, welches über Lausanne die Basis des Muschelsandstcines bildet, also jeden-falls der ältesten Abtheilung dieser Stufe angehört. Dieß mag erklären, warum die Mehr-zahl dieser Arten (nämlich 43 von 72) mit solchen der grauen Molasse von Lausanne über-einstimmt. Würden wir diese Arten noch in die dritte Stuft bringen, so würde diese dadurcheinen Zuwachs von 2g Arten erhalten; sie hätte dann 79 eigenthümliche, 120 mit der zweitenund 92 mit der sünftcn Stuft gemeinsame Arten. Die Zahl der aus die helvetische Stufefallenden Arten würde sich auf 24 reduciren. Da indessen dann 92 Arien der dritten undfünften Stuft gemeinsam wären, ist nicht zu zweifeln, das; diese auch in der zwischenliegendenvierten gelebt und das Festland dieser Gegend bekleidet haben.