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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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Die Thierwelt der Molasse.

zeit beurkunden. Noch häufiger waren die Bib tonen, die uns in Deninzenin 16 Arten begegnen; es find theils schwarze, theils hellfarbige und d?unkel ge-fleckte Thiere, welche sehr wahrscheinlich als Larven in faulem Holz »nid humus-reichem Waldbodcn gelebt haben. Sie gehören zu den ansehnlichsten! Fliegen,welche durch ihre meist breiten Flügel, die kurzen, aber 812gzliedrigcnFühler und verdickten Vorderbeine sich auszeichnen. Einige Arten eintsprechcnwohl europäischen und nordaincrikanilchen Formen (so der 8. mowstus llr.dem 8. 8omoQW 8.H andere aber stellen eigenthümliche, wie es sckheint, er-loschene Tvpen dar <so der 8. alon^atus llr. Fig. 311t. Während die Gat-tung Bibio in der jetzigen Schöpfung eine große Verbreitung hart und in18 Arten in Europa , in 11 in Amerika zu Hause ist, ist Plecia , auf Süd- amerika und das Cap beschränkt. Es besitzt Oeningen eine recht ft'chöne Art<81. iiilai-is Hr. Fig. 313) mit hellbraun gefärbtem Leib.

Wie schon oben bemerkt sind die Kurzhörner in unsereer Faunanur sehr dürftig vertreten. Sie erscheinen zwar mir vier Zünften und fünfFamilien, allein alle nur mit wenigen Arten. Die Holzfliegenr <Mlo-pbagiden) weisen uns zwei noch nicht genügend gesicherte Arten; diee Raub-fliegen zAsiliden) deren drei, von denen zwei zu Asilus gehören,. Fliegen,welche andern Insekten aufpassen, katzcnartig auf sie zuspringen nind sie mirihren haarigen Beinen umschlingend mit ihrem Rüssel anstechen. Die Bremen lTabaniden) sind in einer Art (llsxatoinu? wutnAsusis Hr. 321) unS zu-gekommen, die Schwebfliegen <Syrphiden) aber in zwei, wvelche wiedie lebenden durch ihren schön gebändcrten Hinterleib sich auszeichnen <Fig.313 und 315>.

Die eigentlichen MnSciden weisen uns eine Echinompia <M. rriiti^u.-,.Hi-.), deren Maden wahrscheinlich <wie bei 8. eellinats. rieiZ.) ^parasitischin SchmetterlingSraupcn gelebt haben, eine kleine Anthomyia und ein paarden Psilen verwandte Fliegen mit gefleckten Flügeln.

Einer ausfallend großen Fliege hat wahrscheinlich die Fig. 3323 abge-bildete Made angehört. Sie ist snßlos, hat einen sehr kleinen Klopf, dreideutliche Brust- und neun Hinterleibsringe, welche auf der Rückcinseite feinwellig gestreift sind.

7. Die Schmetterlinge.

Die seltensten Insekten Oeningens sind die Schmetterlimge, undda auch alle übrigen Fundstätten fossiler Gliederthiere nur selchr wenigeArten geliefert haben, muß diese Thierordnnng in der Vorwclt isehr seltengewesen sein. Es ist dieß wohl die jüngste Jnsektenordnnng, welcche erst inder jetzigen Schöpfung zu so ungemein reicher Entfaltung gekommen ist,