Die Thierwclt der Molasse.
414
(in Aarwangcn und Aarberg ) erscheint, aber auch zur Zeit der Bildung derobern (Käpfnach) noch das Land bewohnte; die dritte (II. mellium ^tvr.)ist mir aus dieser bekannt (von Käpfnach und Niederutzwyl). Die wichtigsteGattung aus dieser Gruppe der schwcinSartigen Thiere ist aber Anthra-cothcrinm, daS Kohlenthicr, das so benannt wurde, weil man früherseine Ueberreste nur in den Braunkohlen gefunden hat. Sie enthält die größtenThiere dieser Gruppe. Eine Art (rV. muZnum 6uv.) hatte die Größe einesOchsen, dabei die Tracht des Schweines, einen lang vorgezogenen, vornverschmälerten und in einen Rüssel verlängerten Kopf, mit großen Border-zähnen, die wie beim Schwein nach vorn gerichtet sind, starke, auf einermächtigen Wurzel stehende Eckzähne, die znrückgckrümml und wie beim Eberals kräftige Hauer vortraten, in jedem Kiefer 7, oben warzige Backenzähne,die nur durch einen kurzen Zwnchcnranm von den Eckzähnen getrennt sind.Die Hanptfundstätle dieses merkwürdigen Thieres ist bei uns in den Lig-niten von Rochctte und Conversion an der Paudeze, wo I>r. Ph. Dclaharpeund Dr. Eh. Gandin die Ueberreste von etwa zehn Eremplaren nachge-wiesen haben. Bon einem Stück wurde fast das ganze Skelett gefunden.Es muß dieß Thier daher in den Sümpfen der Paudeze häufig gewesensein. Es ist indessen nicht auf diese Molasscnstnfe beschränkt, indem seineZähne auch in der Molasse von Schangnan im Kanton Bern , welche unsererdritten Stufe angehört, gefunden wurden. Eine zweite Art (^. bipxoiäsumRutim.) hat Pros. Morlot in dem Sandstein von Aarwangen entdeckt. Sieist etwas kleiner als die vorige und zeichnet sich durch die schärfer» undschneidendem Kanten und Spitzen der Backenzähne und die mehr pferde-artigcn Borderzähne aus. Eine dritte noch bedeutend kleinere Art (-^. Mi-nimum Luv.) ist bis jetzt erst in den Braunkohlen von Rochctte an derPaudeze gesunden worden. Es zeigen diese Antbracotherien durch die Bil-dung ihrer vorder» Backenzähne eine Annäherung an die Raubthierc, indemsie in ähnlicher Weise zugespitzt sind wie bei diesen, während die HinternBackenzähne den Bau der Pflanzenfresser haben. Sie haben daher wahr-scheinlich theils von animaler, theils von pflanzlicher Kost gelebt; sie warenOmnivoren wie die Schweine.
Die Ordnung der Wiederkäuer ist uns in der eocenen Zeit nur inwenigen prophetischen Arten begegnet; sie kommt erst in der miocenen zureicherer Entfaltung. Die Gruppe der Anoplotherien, welche den Uebergangzu den Dickhäutern vermittelt, ist noch vorhanden, begegnet uns aber inandern Gattungen. An die Stelle von Anoplotherium ist das große Cha-licotherium (Lll. antiguum Xaui>.) getreten, ein Thier, welches denselbenZahnbau besaß, aber in jeder Kiefer nur 6 Backenzähne zeigt. Es hatte