438
Die Thierwelt der Molasse.
ihre nächsten Verwandten haben; auch die Teile rmnscheln treten ingrößter Mannigfaltigkeit in der heißen Zone anf und haben in nordischenGegenden nur wenige unscheinbare Formen. Unter den 12 Arten unsererMolasse sind drei westasrikanischc Formen (Tsllina, ssnogswusis Ilrnü., 1)iLLrmos» Olwillll. und T. orasss. 6w.), von denen indessen die letztgenannteauch in der Nordsee und mit 6 weitem Arten im Mittelmeer vorkommt. Esist beachtenswerth, daß die eocenen Arten tropisch und australisch sind, diemiocenen aber zur Halste mit europäischen übereinkommen. Die Lössel-zahnmnschein führen uns einen Westafrikanischen Typus vor (in TaZonWanatina) und in Cvrbula eine schon im Sleinkohlengebirg auftretendeGattung, die in drei noch lebenden Arten das Molassenmeer bewohnte, vondenen die eine (6. oariuata I)uj.) jetzt im tropischen Asien , die andere (0.revvluta Looc.) im Mittelmeer und die dritte (0. Zidds, 01.) an fast alleneuropäischen Küsten vorkommt. Die Familie der Pholadomyen war imJuramcer (siehe S. 136) in zahlreichen Formen entfaltet, schon zur Tertiär-zeit sind sie selten geworden und jetzt nur noch in einer westindischen Artübrig geblieben. Die beiden Arten unserer Molaffe (köalüäomvs, Kslvetios,klr»)-. und Ull. urcuata I,UIU. von St. Gallen und Luzern ) sind erloschen.Dagegen treten die Doppelband Muscheln in drei europäischen Arten(von SyndoSmya) auf und dasselbe gilt von den Pandoriden. DieTrogmuscheln sind seit alten Zeiten durch alle Meere verbreitet. Siesind in 25 Arten aus unserer Molasse bekannt, von denen die meisten zuden Gattungen Mactra und Lutraria gehören. Es sind dieß Muscheln,welche sich in den sandigen Loden des Meeres einbohren. Die miocenenArten haben ohne Zweifel dieselbe Lebensart gehabt und von ihnen rührenwahrscheinlich die merkwürdigen, spiralig gewundenen Gebilde her, welcheman in verschiedenen Gegenden in der Molasse gesunden hat. Es sindfingersdicke Stäbe, an deren Seile eben so dicke, spiralig gewundene Aestesitzen. Wahrscheinlich haben mehrere Thiere beisammen gewohnt; zuerst wür-den sie eine Röhre senkrecht in den Boden gegraben, dann von dieser ausmehrere spiralige Seitenröhren gefertigt haben, von welchen jede einem Thierzum Wohnsitz gedient hätte. Diese Röhren wurden später ausgefüllt und soentstanden diese sonderbaren Schraubensteine (Fig. 326). Für diese Erklärungspricht der Umstand, daß Herr Karl Mayer bei der Martinsbruck in St. Gallen ,wo diese Schraubensteine besonders schön entwickelt sind, in einem solcheneine Lutraria (T. ssnuu) gefunden hat. Bei Rorbas sind diese Schrauben-steine, nach Dr. Biedermann, in der obersten Schicht der untern Süßwasser-molasse an der Grenze der Meeresmolasse, welche das Material für dieselbengeliefert hat; es haben daher diese Thiere ihre Röhren in den fcstgewordenen