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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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442
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Die Thierwelt der Melasse.

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erstere wahrscheinlich ein dicht mit Stacheln besetztes, letzterer aber ein mitbunten Farben geschmücktes Hautkleid besaß.

Die Walthiere haben in zwei Arten unsere Gegend besucht. Voneiner Seekuh (UMtllorium Ltuäsri l^r.) wurden die Knochen beim Linden-bühl am Randen und im Muschelsandstein des Kantons Aargau entdeckt.Sie ist mit der früher erwähnten tongrischen Art (vgl. S. 427) so naheverwandt, daß sie vielleicht mit derselben zu vereinigen ist. Von einemDelphin (Delxlniius oannalioulatus dl^r.) wurden die langen, schnabel-förmigen Kiefern im Muschelsandstein von Othmarsingen und Zvfingen auf-gefunden und gehören einem Thiere an, das damals eine große Verbreitunggehabt zu haben scheint.

Neben den Resten dieser Thiere, welche unzweifelhaft im Meere gelebthaben, finden wir hier und da in der marinen Molasse auch Schalen undKnochen von Landthieren, welche in's Meer geschwemmt und so zufällig denBewohnern desselben zugesellt wurden. Wir haben schon, früher der Land-schnecken erwähnt, von denen die einen (so die Auriculen) sehr wahrscheinlicham Strand gelebt, während andere (so die Süßwasserarten und mancheHelices) wohl aus größerer Entfernung hergeschwemmt wurden. Von Säuge-thieren wurden die Zähne von zwei Mastodonten (LI. auAustläens und tüpl-roiäes) in dem Muschelsandstein gefunden, aber auch vom Tapir, von zweiNashörnern (R inoisivus und miuutus), von einem Hyotherium (8. Lloiss-neri), einem Hipparion (8. Ar-rcilo) und von zwei Hirschen (0. SLlisucKxeri^l)-r. sx. und Illilwr) wurden die Ucberreste in der Meeresmolasse gesammeltund sagen uns, daß diese Thiere damals unser Land bewohnt haben.