Schilderung einiger miocener Lokalitäten.
Stamm bis zur Mitte mit Wasser bedeckt ist. Ist man einmal aus denBäumen heraus, und in dem wahren See drinn, so ist der Anblick wunder-voll. Nicht daß er gerade malerisch wäre, aber die erhabene Einförmigkeitseiner Umgebungen und Farben harmonirt wunderbar mit der absolutenEinsamkeit und Todesftille. Ich habe daselbst kein einziges Wesen ge-sehen, außer dem Neger, den ich im Walde getroffen und der das Schiffchenführte. Und dieses glitt so sanft über das schwarze Gewässer, daß, obwohlich ganz mit seiner Untersuchung beschäftigt war, doch mein Herz in einetief melancholische Stimmung versetzt wurde, als wäre ich allein auf einerwüsten Insel oder in einer neuen eigenthümlichen Welt.
2. Ter hohe Rhonen.
Eine ganz ähnliche Pflanzenwelt wie im Kanton Waadt tritt uns zurZeit der untern Braunkohlcnbildung am Ufer des großen See's entgegen,welcher in der alpinen Zone an die Stelle des Meeres getreten war. DieMergel, welche die Braunkohlen des hohen Rhonen umgeben, enthalten einreiches Herbarium, das uns darüber merkwürdige Aufschlüsse gibt; sie habenuns ein Stück des damaligen morastigen Ufers aufbewahrt. Es hatten sichüber diese Gegend mehrere Bänke von Geröll und Sand verbreitet, welchewohl den Seeboden allmälig ausfüllten und diesen in ein schlammiges Ufer-land verwandelten. Es entstand allmälig ein Torfmoor, dessen Bildung aberzeitenweisc durch Absätze von Schlamm unterbrochen wurde, welcher nun inForm von dunkelfarbigem Mergel zwischen den Kohlen liegt. Großes Schilf-rohr und lange Rohrkolben latissima), zahlreiche Cypergräser, Seg-
gen und Simsen, Sparganien und Schwertlilien lassen über die Natur desBodens keinen Zweifel; fa wir können im Gleich noch einzelne Stellenangeben, wo kleine Bäche den morastigen Waldgrnnd durchzogen haben;sie sind bezeichnet durch Streifen brüchigen, schwarzen Mergels, der miteingeschwcinmten Früchten (namentlich von Ahorn), feinen Confervenfadcnund kleinen Muscheln (Cyclaö) erfüllt ist. Eine Grewia (6r. orenata), derdreilappige Ahorn (^oer trilobatum), der Amberbaum, Weiden- und Wachs-beer-Arten müssen in Menge da gestanden haben, da ihre Ueberreste in großerZahl in den Schlamm gerathen sind, aber auch die Widdringtonien, Glvp-toftroben und Sumpfchpressen waren häufig und letztere sind Wohl in ähn-licher Weise, wie ihr lebender Better, in den weichen Grund vorgedrungenund bilden dort die äußersten Vorposten der Banmwelt. Aber auch diePalmen treten uns am hohen Rhonen in drei prächtigen Arten (8-rl,ulbkerinAmiiL, Uliwnicitss sxsotabilis und lUanieLi-iL tornwxs,) entgegen undwerden mit den zahlreichen immergrünen Eichen, ledcrartigen Proteacecn,