Buch 
Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
Entstehung
Seite
486
JPEG-Download
 

486

Die Schieferkohlen von Utznach und Dürnten.

Juchart lnftrockcner Schieferkohle wird bei 3.75 Fuß Mächtigkeit etwa36,000 Zentner Kohlenstoff enthalten. Nehmen wir (nach S. 34) an, daßdie Juchart jährlich 15 Zentner Kohlenstoff erzeugt habe, so würde die Bil-dung des Schieferkohlenlagcrs von Dürnten 2400 Jahre erfordert haben.Wir haben bei dieser Berechnung die mittlere Mächtigkeit des Kohlenlagerszu Grunde gelegt; zu viel höheren Zahlen würden wir kommen, wenn wirdie größte Mächtigkeit zum Maßstabe nehmen würden. Es ruht das Kohlen-lager auf einem feinen, gelblich-grauen Letten. Ein Schacht, welcher durchdenselben bis 30 Fuß unter das Kohlenflötz geführt wurde, zeigte, daßtiefer unten eine Masse von gerollten Steinen in den festen Letten einge-backen sind; die Molasse wurde aber nicht erreicht, da der Andrang vonWasser das Tiefergraben verhinderte. An einer Stelle finden sich schon un-mittelbar unter dem Kohlenflötz in dem Letten viele Rollsteine; cS sindKiesel und Sandsteine, welche aus der Nagelfluh der umliegenden Bergestammen mögen. An einer Stelle, wo das Kohlenflötz eine große Mächtig-keit hatte, wurde es in der Mitte von einem keilförmig auslaufenden Letten-lager durchzogen. An einer andern Stelle war dieß Lettenlager in mehrereBänder aufgelöst, welche durch ihre helle Farbe und größere Dicke von dendunkelfarbigen, oben erwähnten Lcttenbändern der Kohle (dem Silber) sichunterscheiden. Es ist das Flötz an dieser Stelle wahrscheinlich erst nachseiner Bildung durch Berrutschung zerrissen und durch Einschiebung vonLetten in sehr unregelmäßige und mannigfach verbogene Lager getrenntworden. Hier ist ein Theil des Kohlenlagers fast senkrecht gestellt und nurvon der Ackererde bedeckt, während sonst das Kohlenflötz im Allgemeineneine horizontale Lage hat und von einem Lager von geschichtetem Sand undGeröll bedeckt wird. An der Stelle, wo das Kohlenlager eine große Mächtig-keit hatte, sah man von unten nach oben folgenden Durchschnitt (Fig. 328).

1. Ein Lager von feinem, gelblichem Sand und Letten (»).

2. Das Kohlenflötz (d).

3. Ein mehrere Fuß mächtiges Gerölllager (o), in dessen Mitte einNest von reinem Sand (o).

4. Eine l/z Fuß mächtige Schicht von hellfarbigem Letten, die stellen-weise Nester von Rollsteinen enthielt (ll).

5. Ein dünnes Kohlenbändchen (etwa '/? Fuß mächtig); aus Torf-Vflanzen gebildet, mit einzelnen Holzstückcn (s).

6. Letten; dünnes Lager (1).

7. Sieben alternirende Lager von Sand und Geröll (g).

8. Zu oberst einzelne erratische Blöcke, die aus den Alpen stammenund theilweisc aus Hochgebirgskalk und Sernifit bestehen (b).