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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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Die Gletscherzeit.

trat sie aus dem Chorherrnplatz beim Großmünster bei der vor einigenJahren dort vorgenommenen Tieferlegung der Straße zu Tage und Fig.360 gibt eine nach einem Daguerrcotvp verfertigte Ansicht eines Stückesdieses Untergrundes der Stadt. Die großen eckigen Steine bestehen ausHochgebirgskalk, aus Sernistt und Molasse; ei» Kalkblock war etwa 10 Fußlang und 4 Fuß hoch. Aus demselben Material sind die kleineren gerun-deten und geglätteten Gerölle gebildet, welche in bunter Mischung die großenumgeben. Große und zahlreiche Blöcke lagen bei St. Anna und beim Fclsen-hvs im Boden, ebenso kamen welche in dem Hügel des botanischen Gartenszum Vorschein und im Sellnau öffnete die dortige Straßenanlage und Hänser-baute das Innere des ganz aus erratischen Gesteinen bestehenden Hügels.Der Straßeneinschnitt, welcher gerade jetzt (im Sommer 1864t bei derBrandschenke ausgeführt wird, hat eine Masse von alpinen Steinen, dar-unter gewaltige Blöcke von Sernifit und Hochgebirgskalk zu Tage gefördert,welche mit großen Brocken von Sandstein und Nagelfluh in bunter Mischungdurch einander liegen.

Der vierte Wall deö Limmatgebietes kann vom Kloster Fahr überSchönenwerd bis nach Altstetten verfolgt werden; der fünfte befindet sichbei der Würenloser-Trotte und der sechste zieht sich von Würenlos querdurch das Thal bis an die Limmat .

Auch im Glattthale treten in der Gegend von Schwerzenbach, Gfenund Dübcudorf solche wallartigen Hügel auf, welche etwa 50 Fuß überdie Thalsohle sich erheben.

Die hier besprochenen Hügel sind in der Regel mit Vegetation über-zogen und nur zufällige Aufdeckungen haben uns mit ihrer innern Strukturbekannt gemacht. An sehr vielen Stellen liegen aber die Felsblöcke frei ander Oberfläche der Erde, bald vereinzelt oder auch in großen Massen anf-gethürmt. Es sind dieß die sogenannten erratischen Blöcke oder Find-linge. Manche derselben sind von außerordentlicher Größe und haben eigeneVolksnamen erhalten. Der Pflug st ein, welcher zwischen Erlenbach undWetzweil, 140 Meter über dem Seespiegel liegt, ragt über 60 Fuß hochaus dem Boden und hat (nach Pros. Escher von der Linth) trotz der bereitserlittenen Verkleinerung einen Inhalt von cirka 72,000 Kubikfuß und ei»Gewicht von etwa 90,000 Zentner. Ein anderer Blockriese stand bei Höngg und lieferte das Material zu einem Hanse, welches von ihm den Namenzum rothen Ackerstein" erhalten hat. Im Steinhof bei Seeberg (Kanton Bern ) liegen drei enorm große Granitblöcke, von denen der größte etwa61,000 Kubikfuß hält. Im Kanton Neuchatel hat ein feinkörniger Granit-block von 50 Fuß Länge, 20 Fuß Breite und 40 Fuß Höhe den Namen