Zwei kältere Perioden.
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werfen. Ja es zeigt sich, daß kein regelmäßig fortgehender Uebergang stattfand, sondern merkwürdiger Weise die Schieferkohlenbildung durch eine kaltePeriode von der frühern getrennt wird. Wir haben schon früher gezeigt,daß die Art der Blockverbreitung im Rhonebecken auf zwei Gletscher-Perio-den hinweise. Die Annahme, daß die zweite den spätern Stand des Gletschersdarstelle, als er bis auf das Genfcrseebecken zurück geschmolzen war, schiendie Sache am einfachsten zu erklären. Professor Morlot* hat es aber sehrwahrscheinlich gemacht, daß der Gletscher zu einer Zeit nicht nur im Gebietdes Genscrsee's, sondern auch im Hauptthal des Wallis (wie er annimmtbis zu 3000—-1000 Fuß ü. M.) zurücktrat und dann aufs Neue vorrückte,in dieser zweiten Periode aber nur über das Genferseebecken sich verbreitete.Wir bekommen hienach zwei Gletscherzeiten, welche durch einen Zeitraumgetrennt werden, während dessen der Gletscher aus dem ganzen Tieflandder Schweiz verschwunden war. In der zweiten Gletscherzeit hätten dieBäche, welche von den Hügeln des Genfersee's dem Gletscher zugeströmt,ihr Material mit dem der Seitemnoräne vermischt und so wären die Ab-lagerungen entstanden, welche am Genfersee eine Linie von Terassen bilden,die hier und da Schichtung zeigen, aber zahlreiche gekritzte und eckige Find-linge enthalten — und so an die Ablagerungen erinnern, welche auch beiden jetzigen Gletschern zuweilen an den Stellen entstehen, wo seitliche Bächeihnen zufließen und kleine Seen und Lachen bilden, die von den Moränenallmählig ausgefüllt werden.
Das Hauptbeweismittel für diese zwei Gletscherzeiten fand ProfessorMorlot in der Dranse-Schlucht bei Thonon . Dort ist zu unterst eine12 Fuß mächtige Schicht mit gekritzten Steinen von Alpenkalk, darüber ein150 Fuß mächtiges Lager von geschichtetem Geröll (Diluvium) und aufdiesem wieder gekritzte und erratische Blöcke. Zwischen die Bildung desersten und dritten durch eine Moräne erzeugten Lagers fällt die Ablagerungder geschichteten Massen, welche durch ihre Mächtigkeit zeigt, daß währendlanger Zeit hier der Gletscher verschwunden war. In der östlichen Schweiz kannten wir bis vor kurzem nur die obere, auf den geschichteten Geröll-bänken aufliegende erratische Bildung. In Utznach sah Professor A. Eschervon der Linth bei einem jetzt wieder verschütteten Durchschnitt der Straße
* Xote SUI la suddlvision du terialll «guaternalro so Lulsss xar Florist.Lildiotk. uuivers. 1855. Nach Scipio KraS sind auch im untern Nhenebecken zwei glacialeAblagerungen zu unterscheiden. 8ur 1a. xeriods czuatei-naire dans 1a vallee du llbeneet sa division ou oluez dzxuzues diatlncts. Lullet, de la soe. gdolox. ds Lranoo.XIX. Xov. Lee.
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