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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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559
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Das Uebergangsgebirge. 559

Schildkröten, bald für Moluckenkrebsc, ja selbst für riesenhafte Wafferkäfergehalten hat.

Landthiere sind bis jetzt noch keine im Uebergangsgebirge gesundenworden, wogegen die Land pflanzen und zwar zuerst in der devonischenFormation auftreten. Doch kennt man erst wenige Arten, welche zunächstan die der Kohlenzeit sich anschließen. Monocotyledoncn und Dicotylcdonenfehlen gänzlich und auch die Gymnospermen sind nur durch eine Art ver-treten,* welche so sehr von den Lebenden abweicht, daß ihre Stellung imSystem »och sehr zweifelhaft ist. Die Mehrzahl gehört zu den Gesäß-krvptogamcn und zwar sind es, wie zur Kohlenzeit, die Farrn, Bärlapp-gewächse und Calamaricn, welche-die Inseln dieses Urmeeres mit Grünbekleidet haben. Unter den Farrn begegnen uns Arten der Gattungen Sphe-nopteris, Cycloptcris und Odontopteris, unter den BärlappgewächsenSchuppenbäume und eine Sigillaria (8. Hausmann!), unter den Cala-marien neben den ersten Calamiten ( 0 . radiatus Lr) eine Zahl von sehreigenthümlichen Typen, welche Unger zu besondern Gattungen, ja selbstFamilien erhoben hat, die sich aber nur auf kleine Stammreste gründen,so daß wir uns von deren Aussehen noch keine deutliche Vorstellung zubilden vermögen.

Da unserm Lande dieses Uebergangsgebirge fehlt oder wenigstens nochnicht mit Sicherheit nachgewiesen werden kann,** so müssen wir dasselbezwischen das Urgebirge und die Steinkvhlenperiode einfügen, wenn wireine Uebersicht über sämmtliche Hauptperioden unserer Erdrinde geben wollen.In der folgenden Tafel sind dieselben zusammengestellt.

* ^»roxvlou xrimigslüui» l7nZ. Bildet cvlindrische, verästelte Stämme ohne Jahr-ringe, mit lauter spindelförmigen Zellen ohne Poren.

Professor Studer vermuthet (Geologie der Schweiz I. S. 3!6), daß die grauenSchiefer, welche als Ninggebirge der östlichen Centralmafsen aus Vorarlberg quer durch ganzBündten nach dem Ortles fortstreichen, dem Uebergangsgebirge angehören dürsten, indem inSteverniark unter ähnlichen Verhältnissen filurischc und devonische Thiere gefunden wurden.