Bildung dcr Berge und Thäler.
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Bergketten aufgehoben. Auch dieß wurde wieder in mannigfachen Modifi-kationen vollzogen. Bald ist nur oder voraus der eine Rand gehobenund ragt nun oft um mehrere tausend Fuß über den andern emporlFig. 363), so daß seine ältesten Lager mit den jüngsten desselben in Be-rührung kommen können; bald aber sind zwar beide Ränder gehoben, abersehr ungleich lFig. 36-1), so daß sich die gegenseitigen Schichten nicht ent-sprechen, oder es sind die Ränder aufgerichtet lFig. 365), oder überstürztund über einander geschoben, so daß in Folge dessen jüngere Felsbänkeunter ältere zu liegen kommen.
Die tief in die Erde gehenden Risse, welche durch diese GcbirgSnnter-brechnngcn entstehen, lassen hier und da Wasser aus großen Tiefen zu Tagetreten, welche daher eine hohe Temperatur zeigen. Es hat Professor Moussvnnachgewiesen, daß die heißen Quellen von Baden und Schinznach auf einerdurch eine solche Gebirgsuntcrbrechnng bezeichneten Linie liegen, und ähnlichverhält es sich mit den Thermen von Air in Savoven. *
Mit diesem Schichtenbau unserer Berge steht die Thalbildung inengster Beziehung. Den Gebirgswellen, welche durch die Hebung entstandensind, folgen Längsthäler, die man als Muldenthälcr (vnllon oderval, Fig. 361 L.) bezeichnet, wenn sie zwischen den Sattelbergcn sich aus-breiten, Spaltenthäler lFig- 361. v.), wenn sie durch das Aufspringendes Gewölbes gebildet sind, und Comben lFig- 362. II. IV.), wenn siezwischen nach dcr gleichen Richtung einfallenden (gleichsinnigen) Gräthcnliegen. Setzen sich Spalten quer durch die Gebirgskette, einstehen die Quer-thäler (die Clusen).
Ist der Ausgang der Thäler durch einen Querriegel, welcher von an-stehendem Fels oder später hincingefallenen Schuttmassen gebildet sei» kann,geschlossen, sammelt sich in demselben das Wasser; es entstehen Scc'n. Solchekönnen sich in Mulden-, Comben- und Clnsenthälern bilden, wodurchdcr so mannigfaltige Charakter unserer See'n bedingt wird.** So ist dcrIse äs lloux ein Muldenthalsee, während der Wallenftadter- und Bricnzcrsecvon Professor Desor zu den Combensee'n, der Thuner- und Lowerzcrsee aber -zu den Clusensee'n gerechnet wird. Andere sind gemischter Natur, so ist vornLierwaldstättersee der nach Uri gehende Arm ein Clusensee, der nach Unter-
* Mousson über die natürlichen Verhältnisse -er Thermen von Aix. Denkschriften 1817.und geologische Skizze der Umgebungen von Baden. 1810.
** Es wurde dieß von Professor Desor nachgewiesen in seiner Abhandlung — äs I»xli^siognomie des lses suisses. lievue 8msso. 1860 und guelguos oonsiderstlonssur Irr vlssMestion dos Ises. Vetos dv tu 8oe. de Dugs.no. 1861.